"Wohlstand für alle" - das ist seit Ludwig Erhard das Credo der deutschen Politik. Doch Deutschland ist an seinem Ideal gescheitert: In unserer Marktwirtschaft wird mit gezinkten Karten gespielt. In kaum einem Industrieland herrscht eine so hohe Ungleichheit - in Bezug auf Einkommen, Vermögen und Chancen. Die Investitionen sinken, die Abhängigkeit vom Staat nimmt zu, die soziale Teilhabe nimmt ab. Der Verteilungskampf wird härter. Verantwortlich dafür ist primär die hohe Chancenungleichheit, die Menschen davon abhält, ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Fratzscher zeigt, wie die Politik die Chance der Zuwanderungswelle nutzen kann und was sie tun muss, um die Spaltung der Gesellschaft abzuwenden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.04.2016
Michael Hüther, Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft, kann dem Szenario der Ungleichheit, das Marcel Fratzscher in seinem Buch entwirft, nichts abgewinnen. Pure Skandalisierung seien die Befunde des Autors und in Hüthers Augen auch nicht verifiziert: An eine schwankende Argumentation zu materieller Entbehrung und ungleichen Einkommen schließt Fratzscher laut Rezensent seine Forderungen zu mehr Chancengleichheit, besserer Umverteilung, Eigenheimförderung und Vermögensaufbau an. Die Notwendigkeit dafür kann Hüther nach der Lektüre aber nicht erkennen.
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