Herausgegeben und eingeleitet von Stephan Moebius, Frithjof Nungesser und Christian Papilloud. Mit einem Nachwort von Stephan Moebius. Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer und Henning Ritter. Strafen und opfern, zaubern und beten, urteilen und werten - viele, zum Teil grundlegende menschliche Tätigkeiten sind unmittelbar mit Religion verbunden. Sie stehen im Zentrum von Marcel Mauss' religionssoziologischen Schriften, die mehr sind als Vorarbeiten für die Religionssoziologie seines berühmten Onkels Émile Durkheim: Sie sind Meilensteine der Sozial- und Kulturwissenschaften. In ihnen erfährt man nicht nur etwas über Sakralisierungsprozesse, sondern auch über die gesellschaftlichen Ursprünge des Magischen und Religiösen überhaupt. Der Band umfasst die wichtigsten religionssoziologischen Studien, die sich u. a. mit dem Gebet, dem Opfer, der Magie, dem Strafrecht oder dem Verhältnis von Ritualen und Emotionen beschäftigen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2013
Dem letzten Enzyklopädisten begegnet Andreas Mayer in diesen Texten mit Ehrfurcht. Marcel Mauss aus dem Schatten seines Onkels Emile Durkheim herauszuholen gelingt mit der, wie Mayer erklärt, exzellenten Erstübertragung der religionssoziologischen Schriften des Autors durch Eva Moldenhauer sowie mittels eines sachkundigen wie behutsamen Kommentars durch ein deutsch-französisches Soziologenteam. Zutage tritt laut Mayer die verblüffende Gelehrsamkeit des Autors und seine Argumentationsschärfe. Etwa, wenn der frühe Mauss seine Abgrenzung von der zeitgenössischen Religionspsychologie vornimmt, sich mit dem Philosophen William James auseinandersetzt oder seine historisch-soziologische Arbeitsweise vorstellt.
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