Aus dem Französischen und mit einem Nachwort von Peter Geble. Herausgegeben von Anne von der Heiden und Sarah Kolb. Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs legt der französische Soziologe und Kulturtheoretiker Roger Caillois mit Der Mythos und der Mensch eine Kulturen und Zeiten übergreifende Studie über die Bedeutung der Einbildungskraft für die Welt der Erkenntnis und das menschliche Handeln vor. Von Beschreibungen sogenannter 'Naturvölker' über Legenden aus dem alten China bis hin zum literarischen Paris des 19. Jahrhunderts: Auf individueller wie auf sozialer Ebene kommen im Mythos, so Caillois' radikale These, grundlegende Prinzipien zum Ausdruck, die der Mensch mit der Natur teilt, sodass ihm die Natur umgekehrt wiederum als Bild und Ausdruck dieser Prinzipien erscheinen kann. Ausgehend von der Durkheim-Schule und den Forschungen Marcel Mauss' konfrontiert Caillois das Denken über den Mythos mit den Erkenntnissen deutscher, englischer und amerikanischer Soziologie. Von Vertretern der Kritischen Theorie wurde seine Vorstellung einer falschen Totalität von Mensch und Natur angegriffen, doch zugleich gilt es die analytische Qualität eines Denkens anzuerkennen, das radikal auf die Wirklichkeit zielt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2023
Rezensent Maximilian Gillessen ist weiterhin fasziniert von diesen nun in der Übersetzung von Peter Geble vorliegenden sieben Artikeln von Roger Caillois aus den Jahren 1934 bis 1937. Wie der Autor sich dem Mythos anhand von Texten über Insekten-Mimese oder die frühminoische Kultur nähert, scheint Gillessen erstaunlich. Miteinander verbunden durch ihre Methode erschließen die vielfältigen Texte dem Rezensenten die kollektive Kraft des Mythos.
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