Marcel Ruijters

Hieronymus Bosch

Cover: Hieronymus Bosch
Avant Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783945034361
Gebunden, 160 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Die Comic-Biografie zu dem geheimnisvollen mittelalterlichen Teufelsmaler Hieronymus Bosch. Lange Zeit ein Mysterium für die Kunstgeschichte weiß man heute, dass sich hinter dem Signet Bosch der niederländische Maler Jeroen van Aken verbirgt. Wir begleiten den Maler durch das mittelalterliche 's-Hertogenbosch und werden Zeuge des Lebens zu jener Zeit. Boschs Umgang mit seinen reichen Kunden und dem Klerus, aber auch das Leben der niederen Stände wird wiedergegeben. Bräuche wie das Saufangen, bei dem Blinde zusammen mit einem Schwein in ein Gatter gesperrt wurden, oder die Zelte, in denen deformierte Menschen, exotische Tiere, aber auch das Zahnziehen zur Schau gestellt wurden. Die Biografie beginnt in der Werkstatt der Van-Aken-Familie. Dort produzieren die drei Brüder van Aken ihre Gemälde zunächst als Auftragsarbeiten. Die Begegnung mit Allart du Hameel, dem Baumeister der Kathedrale, verändert die Sicht Jeroens. Er fängt an, die traditionellen religiösen Szenen neu zu interpretieren, erschafft eine Vielzahl an Dämonen, Teufeln und bizarren Gestalten, die seine Gemälde bevölkern und die ihre Faszination bis heute ausmachen. Außerdem beginnt er, seine Tafeln zu signieren - für die damalige Zeit höchst ungewöhnlich!

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.05.2016

Marcel Ruijters zum Hieronymus-Bosch-Jubiläumjahr von offiziellen Stellen in Auftrag gegebene, über weite Strecken fiktionale, allerdings um einen informativen Anhang ergänzte Comicbiografie fokussiert vor allem das Umfeld des niederländischen Renaissancemalers, erklärt Sonja Stöhr. Wer auf Deutungen der rätselhaften Werke des Niederländers hofft, habe allerdings das Nachsehen, doch immerhin werden mögliche Inspirationsquellen angeboten, erfahren wir im weiteren von der Kritikerin. Boschs spätmittelalterliche Wirkungsstätte, die Ortschaft 's-Hertogenbosch, wird dabei in bedrückender Konsequenz als Ort der latenten und manifesten Gewalt geschildert, so die Rezensentin weiter. Ruijters' Zeichenstil ist ausdrucksstark und sichtlich um eine eigene Ästhetik, die sich nicht an die Bilder Boschs anschmiegt, bemüht, schreibt Stöhr. Der Darstellung der "Ambivalenz und Kontraste der Zeit" komme dies entgegen.

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