Herausgegeben und mit einem Nachwort von Elisabeth Bronfen und Daniel Kampa. Der Krieg war jahrtausendelang eine reine Männersache, Frauen nur am Rande beteiligt, als Krankenschwestern etwa oder in der Rüstungsindustrie. Dies änderte sich im Zweiten Weltkrieg, als die amerikanischen Streitkräfte die ersten Reporterinnen akkreditieren und Frauen an vorderster Front über das Kriegsgeschehen berichteten. Denn auch an der Heimatfront sollten Frauen für die Kriegsanstrengungen gewonnen werden. So kam es, dass in Hochglanzmagazinen oder Frauenmagazinen wie Vogue neben Modestrecken illustrierte Reportagen über das Kriegsgeschehen, ja sogar die Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald abgedruckt wurden. Zu den bekanntesten Journalistinnen zählten die drei Amerikanerinnen Lee Miller, Martha Gellhorn und Margaret Bourke-White, deren wichtigste Texte und Fotos, viele davon in Deutschland unbekannt, Elisabeth Bronfen zusammengestellt hat. In ihrem Nachwort zeigt sie auf, wie diese unerschrockenen Frauen durch ihre persönliche und unmittelbare Art den Blick auf den Krieg für immer verändert haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2015
Die Bedeutung der Erinnerung in Zeiten des Grauens lernt Rezensent Bernd Stiegler mit den hier versammelten Arbeiten der amerikanischen Fotoreporterinnen Lee Miller, Martha Gellhorn und Margaret Bourke-White kennen. Erstmals als Nachkriegsreportagen in der "Vogue" oder in "Life" erschienen machen die Texte und Bilder in dieser Form auf den Rezensenten zunächst einen etwas disparaten Eindruck. Die ursprüngliche "deutliche" Bildpolitik der Montagen scheint ihm durch die nunn vorliegende strenge Ordnung der Texte verloren. Die aufschlussreiche Verschiedenheit der drei Stile allerdings bleibt laut Stiegler gut erkennbar, ebenso die aus den Ruinen erwachsene Kriegsvergessenheit der Deutschen, ob nun im surrealistisch-avantgardistischen Blick Millers auf Hitlers Badewanne oder in dem das nachhallende Grauen bannenden Bourke-Whites in Buchenwald.
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