Der Deutsche Adam Tessdorff wird bei einem Bombenanschlag in Jerusalem verletzt. Es gibt kein Bekennerschreiben, keine weiteren Verletzten. Die israelischen Behörden sind ratlos. Tessdorff scheint ein gewöhnlicher Reisender zu sein, doch im Krankenhaus besucht ihn der höchste Würdenträger der Katholischen Kirche. Die beiden sind alte Freunde, die sich nach Jahren wiedersehen. Adam war sein Student in Regensburg und später Mitarbeiter des Radio Vatikan. Es waren die Schriftrollen von Qumran, für Adam die Autografen Gottes, die vor Jahren zu seinem Zerwürfnis mit der Katholischen Kirche und zu seinem Rückzug vor der Welt führten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2012
Da ist die Rezensentin erstaunt: Die 25-jährige Autorin konfrontiert sie im Vorwort mit einem Bekenntnis zur Kunstreligion! Der dritte Roman der in Kabul geborenen Mariam Kühsel-Hussaini überzeugt Sandra Kerschbaumer dann allerdings nicht ganz. Die folgenschwere Jerusalem-Reise eines Katholiken auf der Suche nach einer Schriftrolle von Qumran wartet aber auch mit ziemlich heiklen Passagen auf, in denen der Held mit dem Papst höchstpersönlich um Glaubensfragen streitet. Der hier drohenden Lächerlichkeitsfalle kann die Autorin nicht entkommen, wie Kerschbaumer feststellt. Auch die Gefahr des Pathetischen beim Versuch, das Heilige zu fassen, umschifft Kühsel-Hussaini laut Rezensentin nicht immer. Unbeabsichtigte Bildbrüche, schematische Überlegungen zu Religion und Moderne und den Werteansprüchen des Westens machen den Roman für Kerschbaumer problematisch. Daran, dass die Autorin entscheidende Gegenwartsprobleme angeht und zum Nachdenken anregt, ändert das laut Rezensentin jedoch nichts.
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