Marieluise Fleißer

Eine Zierde für den Verein

Roman vom Rauchen, Sporteln, Lieben und Verkaufen. 2 CDs
Cover: Eine Zierde für den Verein
Lohrbär Verlag, Regensburg 2011
ISBN 9783939529101
Hörbuch, 17,90 EUR

Klappentext

2 CDs, 120 Minuten. Musik: Norbert Vollath. Gesprochen von Eva Sixt. Eine oberbayerische Provinzstadt am Ende der 20er Jahre. Wo die Liebe hinfällt: Frieda Geier, die auf ihren eigenen Beinen mitten im Leben steht, die sich ohne männliche Hilfe durch die Wirtschaftskrise schlägt und ihrer kleinen Schwester eine höhere Schulausbildung finanziert, verliebt sich in Gustl Gillich, Tabakwarenhändler, Sportkanone, Stolz des örtlichen Schwimmvereins und Möchtegern-Patriarch. Die Beziehung gestaltet sich als zusehends kompliziert: Aufbrechendes weibliches Selbstbewusstsein und überkommene Konventionen prallen aufeinander. Zu verschieden sind die Vorstellungen von Geschlechterrollen, von Unterwürfigkeit und Dominanz, Bevormundung und Abhängigkeiten. Hinzu kommen später verletzte Eitelkeit und gekränkter Stolz. Die Geschichte endet tragischer, als sie es müsste.
Eva Sixt, die auch die Textauswahl besorgt hat, liest den Text mit dem gebührenden leicht bayerischen Grundton in der Stimme. Norbert Vollath hat mit Bassklarinette, Sopransaxofon und Shruti Box einen Soundtrack dazu kreiert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2012

Angetan ist Alexander Kosenina von dieser Hörbuchfassung von Marieluise Fleißers Roman "Eine Zierde für den Verein". Sie macht in seinen Augen richtig Lust auf den Roman, die Hörbuchfassung nämlich ist, wenn auch gekonnt, so doch gekürzt, so dass ganze Handlungsstränge außen vor bleiben. "Eine Zierde für den Verein" erzählt für ihn höchst unterhaltsam, sprachlich präzise und mit viel Ironie vom Kleinbürgermief in der Provinz kurz vor der Machterergreifung der Nazis, von Bigotterie und Prüderie. Und von einer starken Frau, der Mehlhändlerin Frieda Geier, die sich gegen die Männerwelt zu behaupten weiß und ihrer kleinen Schwester die Klosterschule finanziert. Dass den Nazis der Roman missfiel und verboten wurde, wundert Kosenina nicht, für ihn ist das heute eine Empfehlung.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.12.2011

Für Rezensent Florian Welle ist dieses Hörbuch schlichtweg "ein großer Wurf". Denn die Regensburger Schauspielerin Eva Sixt lege mit ihrer gekürzten Hörbuchfassung von Marieluise Fleißers Roman "Eine Zierde für den Verein" keine gängige Buch-Einlesung vor, sondern interpretiere mit ihrer gut durchdachten Textauswahl den bereits vor achtzig Jahren erschienenen Kleinstadt-Roman ganz neu. Sixt konzentriere sich vor allem auf das Geschwisterpaar Frieda und Linchen, die versuchen, sich dem dominanten und überholten Frauenverständnis Gustls entgegenzusetzen. Damit lege Sixt den Schwerpunkt der Erzählung auf das Bild der modernen, zwischen Emanzipation und Tradition stehenden Frau am Ende der Weimarer Republik, berichtet der Kritiker. Welle lobt nicht nur Sixts mal nüchtern-sachlichen, dann wieder "schwärmerischen" Erzählton, sondern auch die jeden Abschnitt abschließenden und kommentierenden Eigenkompositionen des Saxophonisten und Klarinettisten Norbert Vollath.
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