Sie beobachtet ihre Opfer. Sie plant ihre Morde. Nichts will sie dem Zufall überlassen. Sie schlägt den Weg der Gewalt jedoch nicht ohne Grund ein. Ihr Leben lang bemühte sie sich um ein normales Leben. Doch die Hülle der Normalität umschloss eine tiefe Verzweiflung, die sie zu verbergen wusste. Bis zu einem nebligen Donnerstag im November. Dem Tag, an dem sie beschließt, eine Mörderin zu werden. Sie will die Dämonen vernichten. Sie will Rache. Sie empfindet kein Mitleid. Sie sollen leiden. Genau wie sie.
Rezensent Elmar Krekeler liest Marina Heibs "Selbstjustizkrimi" mit Spannung. Mindestens zweier Gefahren des Genres, allzu viel Licht im Dunkel, Überkonstruiertheit, entgeht die Autorin laut Krekeler knapp und überzeugt ihn mit klarer Sprache und mit Neigung zum Poetischen. Auch psychologisch scheint ihm alles gut konsistent. Über Realitätsnähe möchte er aber lieber nicht streiten, wenn er der Erzählerin hinab in ihre finstere Geschichte und ihre ebenso dunkle Seele folgt. Nach fünf Jahren Krimipause der Autorin ein gelungenes Comeback, findet der Rezensent.
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