Kein Zurück
Roman

Heyne Verlag, München 2025
ISBN
9783453274341
Gebunden, 640 Seiten, 28,00
EUR
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Bernhard Kleinschmidt. Die Polizei zieht Privatermittlerin Holly Gibney zurate. Ein anonymes Schreiben hat eine Mordserie angekündigt. Das erste Opfer ist eine unbescholtene Frau, in der Hand hält sie einen Zettel. Der Name darauf verweist auf eine Geschworene, die an der Verurteilung eines Unschuldigen beteiligt war, der im Gefängnis erstochen wurde. Der verrückte Täter tötet als "Sühneakt" wahllos Ersatzopfer anstelle der Geschworenen? "Die Schuldigen am Tod des Unschuldigen sollen leiden", hieß es. Das Morden geht weiter. Während Holly fiebrig das Puzzle zusammensetzt, hat sie auch alle Hände voll damit zu tun, Anschläge auf eine Feministin abzuwehren, der sie als Personenschützerin dient. Wie zielgerichtet strebt alles auf eine einzige große Katastrophe zu.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (
Info)
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 24.07.2025
Spannung mit einer Message liefert Stephen Kings neues Buch, freut sich Rezensent Thomas Wörtche. Es geht um die Jagd auf einen Serienmörder: Auf den Täter angesetzt wird die King-Lesern bereits vertraute Privatdetektivin Holly Gibnes, die gleichzeitig eine Feministin beschützen muss, die von Abtreibungsgegnern bedroht wird. Das alles gipfelt in einem standesgemäß blutigen Finale, beschreibt Wörtche, King legt hier ein routiniertes, flüssig geschriebenes Stück Unterhaltungsliteratur vor. Zwei thematische Aspekte hebt der Rezensent besonders hervor: Zum einen die Rolle schwarzer Musik für die Handlung, zum anderen Kings Positionierung im amerikanischen Kulturkampf auf Seiten der MAGA-Gegner. All das scheint Wörtche insgesamt nicht schlecht gefallen zu haben.
Rezensionsnotiz zu
Die Welt, 18.06.2025
Hochprofessionel ist Stephen Kings neuer Thriller in jedem Fall, versichert Hannes Stein. Es geht um zwei Fanatiker, einer christlich, einer durch unaufgearbeitete Vaterprobleme zum Killer werdend. Vor allem geht es aber um Frauen, erklärt Stein: es gibt Kate McKay, ein feministischer Medienstar, die eine junge Studentin unter ihre Fittiche nimmt und, parallel dazu, um die schwarze Soulsängerin Betty, die sich um eine junge Poetin kümmert. Da wird es leider klischeehaft, meint der Kritiker, während Betty als Parodie einer schwarzen Soulsängerin gesehen werden kann, die sich mit echter Herzenswärme um ihren Schützling kümmert, tritt McCay als knallharte, fiese Erfolgsjägerin auf, die alle um sicher herum ausnutzt. Die gefühlskalte, erfolgreiche Feministin - ist das nicht ein sexistisches Klischee? Langweilen wird man sich bei der Lektüre auf keinen Fall, der Ablauf ist spannend, rasant und gut konstruiert. Einen "ästhetischen Mehrwert" kann der Kritiker aber nicht so richtig erkennen - man könnte auch warten, bis der Film ins Kino kommt, überlegt er.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 14.06.2025
Einen Stephen-King-Roman der mittleren Güteklasse legt Stephen King Rezensent Christoph Schröder zufolge diesmal vor. Der neue ist ein Krimi und dann doch wieder kein ganz klassischer, berschreibt Schröder, schließlich begegnen wir dem Mörder schon sehr früh, er heißt Trig und ist gar ein Serienkiller, wobei Motive und auch Details seiner Identität lange im Unklaren bleiben. Der Tod eines zu Unrecht aufgrund Besitz von Kinderpornografie verurteilter Häftlings ist außerdem wichtig in dieser Geschichte lernen wir, außerdem taucht Holly Gibney auf, eine grenzautistische Ermittlerin, die man aus vorherigen King-Büchern kennt und an der der Autor offensichtlich einen Narren gefressen hat. Ein wenig holzschnittartig ist das Buch angelegt, moniert der Rezensent, gerade da, wo Kritik am Trump-Amerika geübt wird, etwa in Gestalt einer feministischen Aktivistin. Auch ist das Buch allzu geradlinig durchkonstruiert, findet der Rezensent, der die abstrusen, die Realität transzendierenden Passagen anderer King-Romane vermisst.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.06.2025
Rezensent David Steinitz freut sich, dass Stephen King seine literarischen Vaterpflichten ernstnimmt und immer mal wieder bei altbekannten Figuren vorbeischaut, in seinem neuen Roman ist es wieder mal Holly Gibney. Eigentlich ist sie Privatdetektivin, weiß Steinitz, diesmal muss sie allerdings als Bodyguard herhalten, um Kate MyKay zu beschützen, eine landesweit bekannte Feministin, die Drohungen der extremen Konservativen erhält. King verwebt die Story mit einem Serienmörder, der in Gibneys Heimatort all jene Geschworenen beseitigt, die einen Mann zu Unrecht schuldig gesprochen haben. An manchen Stellen ist dem Kritiker diese Versuchsanordnung etwas zu hektisch, aber insgesamt ist das Buch für ihn die ideale Sommerlektüre, die auch die politische Lage der USA berücksichtigt.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 12.06.2025
Wirklich hundertprozentig zufrieden ist Rezensent Ronald Düker nicht mit dem neuen Roman des "berühmtesten Gruselkabinettsbetreibers der amerikanischen Gegenwartsliteratur", Stephen King, der hier die schon bekannte Romanheldin Holly Gibney wiederbelebt. Der Roman spielt im Sommer 2024, von Trump über Musk bis Vance tauchten zahlreiche Personen des Zeitgeschehens auf, diese werden routiniert in Gut und Böse geteilt, so Düker. Der Plot teilt sich in zwei Stränge, zum einen muss Gibney die Hardcore-Feministin Kate McCay auf ihrer Vortragsreise als Bodyguard beschützen, zum anderen eine Mordserie aufklären, die einen zu Unrecht Verurteilten rächen soll. Weshalb die Handlung zu den Anonymen Alkoholikern führen muss, erschließt sich dem Kritiker allerdings nicht unbedingt. Auch dass viele Anspielungen direkt erklärt werden, hindert den Lektüregenuss für Düker eher. Für ihn gehört das Buch nicht zu den besten Werken des 77-jährigen Autors.