Aus dem Englischen von Holger Hanowell. Riesen, Hexen, Prinzessinnen und Frösche - die fantastische Welt der Märchen verzaubert bis heute Kinder wie Erwachsene. Über Jahrhunderte mündlich überliefert, wanderten die Geschichten in immer neuen Formen durch die Kulturen, bevor sie in Sammlungen wie denen der Gebrüder Grimm oder den Märchen aus Tausendundeiner Nacht feste Form annahmen. Wer sie zu deuten weiß, erfährt viel über die Moralvorstellungen, das heimliche Begehren und die Ängste der Menschen. Marina Warner führt durch die Vielfalt der Motive, Figuren und verborgenen Bedeutungen in Märchen und beschreibt ihre Wandlungen in der Literatur, auf der Bühne und im Film. Im Lichte der modernen Literaturwissenschaft und Psychologie erhalten die überkommenen, geliebten Märchen eine erstaunliche Frische und Aktualität.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.02.2018
Oliver Pfohlmann erhält mit Marina Warners Buch eine konzise Einführung in den finsteren Märchenwald. Die englische Literaturwissenschaftlerin erläutert ihm in neun Kapiteln Motive, Einflüsse und Erzähltraditionen rund ums Märchen, stilistisch bildreich und mit besonderem, aktuell interessierendem Augenmerk auf dem Grenzgängertum des Genres zwischen Sprachräumen und Kulturen. Auch über die feministische Ideologiekritik am Genre informiert ihn die Autorin ausführlich und vermag dergleichen mit einem Hinweis auf den Realismus der Märchen zu relativieren, wie Pfohlmann feststellt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.12.2017
Rezensent Manfred Koch lernt viel über Märchen bei Marina Warner. Die Kinderbuchautorin und Literaturwissenschaftlerin überzeugt ihn mit allen Vorzügen der angelsächsischen Propädeutik: elegante Sprache, Verständlichkeit, sinnvolle Zitate, Pointierungen, erzählender Ansatz. Dass die Streitfragen der Forschung eher am Rand vorkommen, stört ihn kaum. Wie sich das Buchmärchen entwickelt hat, zeigt ihm die Autorin anhand von bekannten Sammlungen, nimmt die Frage nach dem Realitätsgehalt in den Blick und vermeidet eindeutige Interpretationen. Schließlich nimmt sie feministisch noch den Prinzen aufs Korn, freut sich der Rezensent. Dass Märchen weitergeschrieben werden wollen, beweist die Autorin laut Koch auf die Art en passant.
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