Wünsche - wie oft kommen sie uns im Alltag reflexhaft über die Lippen. Allerdings gibt es auch Wunschvorstellungen, die wir lieber verbergen, dann nämlich, wenn unser Eigennutz anderen zum Nachteil gereichen würde, das Gift den Zauber zersetzte. In Mythen und Märchen erscheinen Wünsche meist unverstellt, und dabei rangieren Reichtum, Macht, Weisheit und Wandelbarkeit ganz oben auf der Liste. Auch in der Literatur begegnen wir Wünschen auf Schritt und Tritt, hier wird die ganze Fülle menschlicher Sehnsüchte, Träume und Hoffnungen vor uns ausgebreitet. Heide Helwig begibt sich auf eine Erkundungstour durch das literarische Reich der Wunschvorstellungen, in denen die Wünsche aus Mythen und Märchen weiterleben, in denen aber auch von irren Träumen und wütendem Aufbegehren die Rede ist, von der ernsthaften Sehnsucht des Weltverbesserers und dem reizvollen Spiel mit dem Was-wäre-wenn, von Machttaumel und menschlichen Abgründen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.01.2020
Heide Helwig hat in ihrem Essay über das Wünschen zu viel gewollt, findet Rezensent Manfred Koch. Die ersten Kapitel über die Begriffsgeschichte und magische Wunscherfüllungsdinge wie beispielsweise Zauberstäbe haben ihm gut gefallen und auch die Analyse der typischen Märchenwünsche fand er lehrreich. Die philosophische Tiefe, die diese Abschnitte dem Kritiker geboten haben, vermisst er aber in den restlichen Kapiteln über Machtstreben, Reichtum und Verstand: Hier streift die Autorin so viele Wunschtheorien von namhaften Philosoph*innen, dass dem Rezensenten fast schwindelig wird. Vielleicht hätte Helwig sich ihr letztes Kapitel über Genügsamkeit selbst ein wenig mehr zu Herzen nehmen sollen, schmunzelt Koch.
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