Mario Delgado Aparain

Februarmond

Roman
Cover: Februarmond
Alexander Fest Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783828601048
Gebunden, 226 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Aus dem uruguayischen Spanisch von Enno Petermann. In Mosquitos, einem Dorf in Uruguay, leben zwei Freunde, Gregorio Esnal und Milo Striga. Als Striga bald nach der Errichtung der Militärdiktatur verhaftet wird, fühlt sich Esnal auf den Plan gerufen. Auf keinen Fall darf Mercedita, Strigas halbwüchsige Tochter, auf die schiefe Bahn geraten. Mit Witz und Gaunerei und etlichen Verführungskünsten versucht Esnal, den Ruf der Familie zu retten.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.03.2002

In den siebziger Jahren ergriffen in sämtlichen lateinamerikanischen Ländern die Militärs die Macht und schrieben auf ihre Weise Geschichte: Verhaftungen, Folter und Mord prägten fortan das Leben der Menschen, und natürlich der täglich erlebte Terror, als nächster auf der Liste zu stehen. So auch in Uruguay, dem Schauplatz in Mario Delgado Aparains Roman, berichtet Kersten Knipp. Der Rezensent interpretiert diese Geschichte, in der ein Oppositioneller versucht, das Leben eines Freundes, der bereits in den Händen der Militärs ist, zu retten, indem er die historische Bedeutung von dessen Familie herauszustreichen versucht. Im Original heißt der Roman "Alivio de luto", "Halbtrauer", was den Inhalt "ungleich besser" wiedergibt als der deutsche Titel, so Knipp. Denn Grundton dieser Erzählung sei eine melancholisch-humorige Stimmung, in der der Protagonist versucht, Geschichte richtigzustellen, aber sie gleichzeitig auch zur Rettung eines Freundes einzusetzen, was in Zeiten der Repression in der Regel aber bedeutet, so Knipp, selbst im "Schlachthaus der Geschichte" zu landen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.05.2001

Das Buch, erklärt Agnes Hüfner, handelt vom Aufbegehren gegen den Stillstand der Zeit, den Helden nennt sie einen "seltsamen Vogel", umgeben von lauter anderen seltsamen Vögeln und "abstrusen Episoden", und das Ende, das Ende sei "natürlich" ein gutes. Und dann rutscht ihr doch noch was raus, ein kleines bisschen Information sogar: Von "starken Worten" ist da die Rede, von "grellen - oft schief übersetzten - Bildern", zu denen der Autor immer wieder ironisch auf Distanz gehe, "so dass aus dem Helden- ein Bänkellied wird." Na bitte.
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