Aus dem Französischen von Alexandra Rak. Als der kleine Soldat die Augen öffnet, fällt eine Sternschnuppe vom Nachthimmel. Langsam klettert er aus dem Loch, in das er gefallen ist, klopft den Staub aus seinen Kleidern, schultert das Gewehr und steht stramm. Aber es kommt kein Befehl. Das irritiert den kleinen Soldaten. Vorsichtig schaut er nach rechts und links. Wo ist der Krieg geblieben? Ist es möglich, dass der Krieg ohne ihn weitergezogen ist? Eilig marschiert der kleine Soldat los, den Krieg wieder zu finden. Unterwegs trifft er einen Blinden, eine Mutter mit ihren Kindern und einen Einbeinigen auf Krücken. Aber keiner von ihnen will mehr etwas vom Krieg hören. Jeder ist froh, noch einmal lebend davongekommen zu sein. "Wo der Krieg ist?", sagt der Blinde. "Der Krieg ist überall da, wo du bist. Überall da, wo die Soldaten sind." Langsam begreift der kleine Soldat...
In lieb gewonnener Manier schwadroniert Benedikt Erenz erst einmal ganz allgemein über das Thema Krieg und Soldat (stammt das Wort "schwadronieren" nicht sogar aus dem Militaristenvokabular?), bevor er auf das Büchlein selbst zu sprechen kommt, das ihm mit seiner schlichten aufklärerischen Botschaft von der Schrecklichkeit aller Kriege am Herzen liegt. Dem kleinen Soldaten geht der Krieg nämlich schlicht verloren, wie später auch seine Uniform, dafür gewinnt er Freunde, Haus und Herd. Erenz lobt den klaren Aufbau der Geschichte und die fast cinemascopeartigen Bilder des belgischen Autors, der sich längst auf dem internationalen Markt als Kinderbuchautor einen Namen gemacht hat.
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