Mark Z. Danielewski

Das Fünfzig-Jahre-Schwert

Roman
Cover: Das Fünfzig-Jahre-Schwert
Tropen Verlag, Stuttgart 2013
ISBN 9783608501261
Gebunden, 286 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Christa Schuenke. Eine Halloween-Party in Texas. Hier trifft die Näherin Chintana, verlassen und voller Groll, auf ihre niederträchtige Rivalin Belinda. Hier purzeln fünf Waisenkinder durcheinander, während ihre Sozialbetreuerin sich im Sessel lümmelt. Und hier beginnt der Geschichtenerzähler, ganz in Schwarz, mit einer unheimlichen Kiste zu seinen Füßen: "Ich bin ein böser Mann, mit einem finsteren Herzen". Spielerisch, lustvoll und unerbittlich treibt Danielewski diese schöne und grausame Horrorgeschichte, die aus fünf Stimmen und fünf Farben gewoben und mit bunt gestickten Bildern geschmückt ist, voran. Immer weiter, bis sie in einem mörderischen Ende die Grenzen jeglichen Genres sprengt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 01.02.2014

Sehr schön ist dieses Buch geraten, meint Tim Caspar Boehme und bittet, dies wörtlich zu verstehen: Der perforierte Schutzumschlag und die Fadengebilde auf dem Buchdeckel deuten bereits zentrale Aspekte von Mark Z. Danieleweskis lose mit dem Horrorgenre flirtenden Halloween-Geschichte an, erklärt der Kritiker unter Verweis auf weitere, gestickte Illustrationen im Buchinnern. Im Vergleich zu Danielewskis komplex gesetzten Debüt "Das Haus", das vor einigen Jahren wegen seiner anspruchsvollen Gestaltung für Aufsehen sorgte, nimmt sich die vorliegende Novelle allerdings fast schon wie leichte Kost aus, schreibt der Rezensent weiter. Am ehesten erinnert ihn das Schriftbild an ein "Langgedicht" und auch nur an einer Stelle ist es nötig, das Buch zu drehen. "Spiel, Spaß und Entsetzen" bietet das Buch aber auch als Lektüre dicht an dicht, schreibt Boehme weiter: Die traumartigen Episoden und die angestaubt wirkende, direkt aufs Unbewusste einwirkende Sprache scheinen ihm, genau wie Danielewskis sprachspielerische Wortneuschöpfungen, gut gefallen zu haben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.12.2013

Eine klare Empfehlung spricht Dirk Pilz aus. Allerdings bleibt er doch eher kryptisch, was seine Angaben zum Buch betrifft. Oder ist genauso das Buch? Liebhabern von Horrorstories und Schauermärchen, von erzähltechischen Tricksereien und literarischen Bezügen (Dante!) legt der Rezensent das Buch ans Herz. Zum Beispiel hat das Buch viele weiße Seiten. Auf ihnen aber erkennt Pilz ein verborgenes Grauen, sodass er gar nicht mehr hinsehen mag. Oder die Abbildungen von Näharbeiten! Es ist klar: der Rezensent ist gefangen in einem Spinnennetz!

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2013

Selig im Jenseits aller Eindeutigkeiten befindet sich Rezensent Dietmar Dath nach dieser Lektüre und nachdem er sich von Mark Z. Danielewski einmal mehr sämtliche Empfindungen und Gewissheiten tüchtig durcheinander hat wirbeln lassen, mit Wörtern wie Wortneuschöpfungen und, ja, mit Moral auch, aber die wird nicht verraten. Zu groß ist der Genuss beim Selberlesen, meint Dath. Als reine Fantasy möchte er das Buch übrigens nicht bezeichnen, eher als drastisch verzerrte Wirklichkeit (Anlass hier: eine Halloween-Party in Texas), vergleichbar etwa der Szene im Comic, wo einer eine Bombe verschluckt. Dath erfüllt das mit "Angstlust", das sagt doch alles: lesen!
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