Markus Ostermair

Der Sandler

Roman
Cover: Der Sandler
Osburg Verlag, Hamburg 2020
ISBN 9783955102296
Gebunden, 350 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

In Der Sandler wird eine Geschichte erzählt, die eigentlich gar nicht erzählt werden darf. Denn sie handelt von der Scham des sozialen Abstiegs - und diese Scham macht die Betroffenen schweigen. Der Sandler ist deshalb eine fiktive Geschichte, die Obdachlose ins Zentrum stellt und trotz aller Fiktion ein realistisches und vielschichtiges Bild ihres Alltags auf den Münchner Straßen vermittelt. Einer von ihnen ist Karl Maurer. Er mäandert durch die Stadt, besucht Suppenküchen und Kleiderkammern und manchmal wird er von den Bildern seines früheren Lebens eingeholt - von seiner Frau und seiner kleinen Tochter, der Zeit als Mathematiklehrer und dem Kind, das ihm vors Auto lief. Gleichzeitig durchstreift auch sein Freund Lenz die Stadt auf der Suche nach ihm. Lenz, ein Zettelschreiber und Utopist, merkt, dass es mit ihm zu Ende geht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.12.2020

Rezensent Alex Rühle meint, die großen Verlage sollten sich schämen, Markus Ostermairs Text nichts ins Programm genommen zu haben. Derart gelungen und wichtig findet er den Roman um einen Obdachlosen auf der Schwelle zum Dach überm Kopf, derart gut beobachtet und geschrieben, fern von Kitsch, Moralisierung und Larmoyanz. Auch als Stadtführer München taugt das Buch laut Rühle, komplettiert es doch die Topografie um die eher gemiedenen beziehungsweise unbekannten Orte der Suppenküchen und Missionen. Rühle schätzt die Milieukenntnis des Autors, der in einer Bahnhofsmission gearbeitet hat, und seine Feinarbeit am Text, der geschickt den Ton hält. Gerade in Zeiten gepflegten Gejammers ein Augenöffner in eine andere Welt, die aber nirgends allzu fern ist, findet Rühle.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.11.2020

Rezensentin Michaela Maria Müller empfiehlt Markus Ostermairs Debütroman. Der Autor gibt mit Empathie und Raum für seine Figuren Einblick in das Leben auf der Straße, fern von jeder Nostalgie. Was Obdachlosigkeit vor allem bedeutet, Armut, Repression, Erniedrigung, und wie es dazu kommt, vermittelt der Text laut Müller vielstimmig und im treffenden Ton. Dem Buch gelingt der Spagat zwischen Politik und Poesie, findet Müller.

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