Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.10.2009
Philipp II. ein Unmensch? Das sollte nicht die Frage sein, findet Martina Lenzen-Schulte und sieht sich mit Markus Reinbolds Philipp-Kurzbiografie aufs richtige Gleis gesetzt. Spaniens Herrscher möglichst nüchtern, jenseits von Gut und Böse und dennoch differenziert genug zu betrachten, gelingt dem Autor laut Rezensentin auf erkenntnisfördernde Weise. Das angebliche Diktat der Konfession, die Rolle der Inquisition, die ganze finstere Schreckensherrschaftsgeschichte scheint Lenzen-Schulte nach der Lektüre eher Ausdruck machtpolitischen Kalküls gewesen zu sein, denn religiöse Verbohrtheit. Philipp erscheint der Rezensentin schließlich nicht mehr als eine von historisch uniformierten Psychoanalytikern und "touristischen Trivialurteilen" verbogene Schreckensfigur, sondern als vielschichtige Persönlichkeit.
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