Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.04.2002
Der Typus von Gedichten, wie sie Markus Stegman schreibt und Beatrice Eichmann-Leutenegger in einer Rezension vorstellt, ist heutzutage selten geworden: seine Verse reihen sich ein in die Tradition der Kriegslieder ebenso wie in die des Klageliedes, das keine private Klage bildet, sondern ein allgemeines Klagen angesichts der Kriege aus jüngster Zeit. Keine Heldenverehrung also, sondern ein Mitfühlen mit den geplagten Menschen und geschundenen Körpern, aus der Position des Medienbetrachters. Mit Klage ist "ebenso Anklage gemeint", stellt Eichmann-Leutenegger fest. Die vom lyrischen Ich empfundene Zer- und Verstörung findet sich auf der sprachlichen Ebene wieder, die von der Rezenentin fast als ein Stammeln oder Lallen beschrieben wird. Die Bildlichkeit der Verse erinnert sie an den Expressionismus. Der ganze erste Teil der "Kriegslieder" mit seinr stotternden Redeweise hat Eichmann-Leuchtenegger mehr überzeugt als der zweite, sprachlich eher überbordende Teil.
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