Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.04.2001
"Was lehrt uns der zweibändige Hochglanz? Dass in der Schweiz manches anders ist und Geld für Bücher fließt, die viel hermachen, aber wenig aussagen", ärgert sich Brigitte Seebacher-Brandt über die illustrierte Chronik der Frauenbewegung, die sie denn auch mehr für eine Illustration denn eine Geschichte oder ein Dokument hält. Die Rezensentin vermisst begleitend zur aufwendigen Bebilderung Einleitungen und Kommentare. Und Rosa Luxenburg werde, obwohl sie in der Schweiz - hier liegt der Schwerpunkt der Chronik - studiert hatte, überhaupt nicht erwähnt. Überhaupt hat die Rezensentin den Eindruck, dass die Frauenbewegung in der Schweiz der Chronik zufolge eine ganz andere gewesen sein muss als die internationale. Verändern wollten die Schweizerinnen demzufolge eigentlich nichts - jedenfalls nichts außerhalb des bürgerlichen Rahmens von Recht und Ordnung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.08.2000
Ernst Baumeler lobt diese Edition nicht zuletzt deswegen, weil sie die Frauen von heute dazu animieren könne, "mit derselben Hartnäckigkeit und Unerschrockenheit wie ihre Vorfahrinnen" für ihre Rechte einzutreten. Der Rezensent betont insbesondere, dass die Herausgeberin des Bandes keineswegs die Opferrolle der Frau in den Vordergrund stellt, sondern vielmehr den Blick auf die vielfältigen Leistungen von Frauen in den verschiedensten Bereichen lenken möchte. Eine große Rolle spielt dabei nicht nur der Kampf um das Wahlrecht, wie Baumeler feststellt, sondern auch Errungenschaften im Bildungssektor, der Berufstätigkeit, Versicherung, Lohngleichheit und der Frage der Abtreibung. Baumeler hält es für wichtig, dass hier "weitgehend in Vergessenheit geratene und vergriffene Chroniken" wieder zugänglich gemacht wurden und lobt nicht zuletzt die aufschlussreichen Fotografien und Kurzbiografien, die den Band abrunden.
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