Anna Eisners Aufstieg in der DDR-Gesellschaft und der Abstieg nach der Trennung von ihrem Stasi-Ehemann - geschildert in der eindringlichen Sprache eines Berichts. Zur Reihe: Anknüpfend an die literarische und ästhetische Tradition der Aufklärung erscheinen seit 1990 im Wallstein Verlag die "Göttinger Sudelblätter". Herausgeber dieser Buchreihe in Heftform ist der Literaturkritiker und Schriftsteller Heinz Ludwig Arnold. Die Reihe ist zeitgenössischer Prosa und kritischer Essayistik vorbehalten und erscheint in lockerer Folge von ca. drei Heften im Jahr.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.09.2000
Als "nachdenkenswerte Lektüre, geeignet auch zur Vorbereitung auf den nun schon zehnten Jahrestag der noch immer unvollendeten deutschen Einheit" bezeichnet der Rezensent Wolfgang Werth diese Stasi-Geschichte. Martin Ahrends gehe es nicht um den Einzelfall, sondern ums Ganze, so fasst der Rezensent die Haltung des Autoren, der unter Pseudonym schreibt, zusammen. Ahrends erzähle die wechselvolle Beziehung Anna Eisner zur Stasi, die sie in Gestalt ihres Schwiegervaters zunächst mit Privilegien versorgte, später dann aber als "politische Gegnerin" verfolgte. Im Roman erzähle Anna ihre Lebensgeschichte einer zufälligen Westbekanntschaft - die Anonymität der Situation macht sie sehr offenherzig - auf einer Montagsdemo. In der Realität habe Anna ihm selbst anvertraut, so Ahrends in seinem Nachwort. Ohne ausdrücklich Stellung zu beziehen, spürt man doch in Werths Nacherzählung der Geschichte, wie beeindruckt er davon war.
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