Sabine Peters

Nimmersatt

Roman
Cover: Nimmersatt
Wallstein Verlag, Göttingen 2000
ISBN 9783892444060
Gebunden, 126 Seiten, 17,38 EUR

Klappentext

»Nimmersatt« ist eine kaleidoskopartige Prosa, in der Sabine Peters Personen vorstellt, die nichts anderes sind als ganz normale Zeitgenossen. Die Autorin gibt damit ein Gesellschaftsbild vom Ende des 20. Jahrhunderts mit ganz normalem spießigem, kleinbürgerlichem Personal. Sie verzichtet auf eine übergeordnete Erzählperspektive, stattdessen verleiht sie dem Bewußtseinsstrom und den inneren Monologen der locker episodisch verbundenen Figuren einen authentischen Ausdruck. Sabine Peters läßt Personen, Männer und Frauen, vorüberziehen und mit ihren Stimmen sprechen. Was sie sagen, woran sie denken, ist ein Panorama der Jahre, die wir kennen. Der Blick ist illusionslos, aber nicht kalt, einfühlend, jedoch ohne Mitleidsgeste, realistisch und dabei frei von anmaßender Kritik.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.01.2001

Katrin Hillgruber bleibt in ihrem Urteil über den in 32 Abschnitte gegliederten Text zwiegespalten. Einerseits scheint sie fasziniert von dem "ernüchternden Chorgesang", den die Autorin inszeniert und lobt die große "Musikalität" der einzelnen Prosastücke. Einige Texte sind "erstaunliche poetische Epigramme", schwärmt die Rezensentin, die die erste und die letzte Episode als besonders gelungen heraushebt. Andererseits findet sie die einzelnen Texte, die jeweils einer anderen Person zugeordnet sind, meistens zu kurz, um wirklich Interesse für jede einzelne Figur aufzubringen. Obwohl sie der Autorin die "vollendete Fähigkeit zur Mimesis" zuerkennt, die den eigentlichen "Reiz" dieser Stücke ausmacht, muss sie gestehen, dass sie beispielsweise "die Sache mit Ullas Neffen" gar nicht so genau wissen wollte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.12.2000

Der Märchenklang des Titels dieses neuen Buches von Sabine Peters hat die Neugierde von Peter Schek geweckt und von dem , was er liest, zeigt er sich sehr angetan. Dem Abschlusssatz der Titelgeschichte - "Die Augen werden nicht satt" - kann er sich nur anschließen. Was er vorfindet, sind 32 Monologe, Geschichten aus der deutschen Gegenwart, Geschichten von desillusionierten Menschen, Geschichten, so der Rezensent, nach denen man süchtig werden kann. Der Reiz der Monologe ergibt sich aus verschiedenen inhaltlichen und stilistischen Aspekten. Da sei zunächst der durchaus voyeuristische Blick, der den Leser in den Bann ziehe, zum anderen aber auch der gekonnte Aufbau. Wie in einem Kaleidoskop gibt es Brüche durch den regelmäßigen Wechsel von Frauen- und Männersprache, erklärt Schek. Auch sei "Nimmersatt" keineswegs nur eine Sammlung von Kurzprosa, sondern "ein fein ausgeklügelter Roman", denn alle Monologe sind miteinander verwoben. Dass diese Konstruktionsform eine sehr moderne ist, weist er durch Vergleiche z.B. mit Robert Altmans Literaturverfilmung "Short Cuts" oder Ingo Schulzes "Simple Storys" nach. Auf jeden Fall, so befindet Schenk abschließend, ist diese Romanform für Sabine Peters genau die richtige.

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