Der Osteuropahistoriker Martin Burkert untersucht in der vorliegenden Studie das Verhältnis der akademischen Ostwissenschaften zum Nationalsozialismus. Neben der Darstellung der relevanten ostwissenschaftlichen Institutionen und seiner maßgeblichen Protagonisten rekonstruiert der Autor das spannungsreiche Verhältnis zwischen der Ost-Konzeption der NS-Bewegung und des inneren Führungskreises um Hitler. Im Mittelpunkt seiner Untersuchung steht die Frage, ob die traditionellen ostwissenschaftlichen Konzepte überhaupt mit der von Hitler bis zum Kriegsausbruch durchgesetzten neuen Polenpolitik vereinbar waren. Im Gegensatz zum Stand der heutigen Forschung weist Burkert nach, dass das NS-Regime alle ostwissenschaftlichen Richtungen als ungeeignet für die Durchsetzung eigener Ziele, ja sogar zunehmend als störend empfand. Erstmals wird somit der enge, den Ostwissenschaftlern verbliebene Spielraum gegenüber dem Regime sichtbar. Der Autor stützt sich in seiner Studie auf die umfassende Auswertung behördlicher Quellen aus deutschen Archiven.
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