Mit der einen schwitzen wir im Fitnessclub, mit dem anderen treffen wir uns regelmäßig nur so zum Quatschen oder Essen, mit wieder anderen gehen wir spazieren oder ins Kino. Wir haben Freunde - glauben wir. Tatsächlich ist so manch beste Freundin, manch bester Freund jedoch nur eine Bekanntschaft, angenehm zwar, aber eben doch nicht mehr als ein Zweckbündnis. Doch worin besteht eigentlich "wahre Freundschaft", und warum gilt sie uns nach wie vor als so erstrebenswert? Dieses Buch ist eine kleine Entdeckungsreise zu den Besonderheiten einer von allen ersehnten, dennoch seltenen Beziehungsform. Denn wahre Freundschaft stellt sich nicht von allein ein und ist überdies ein empfindliches Gebilde. Was das Besondere an ihr ist, wie man sie findet und sich erhält, erläutert Martin Hecht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2006
Nicht wirklich überzeugt ist Rezensent Klaus Ungerer von diesem Buch über die "Kunst der Freundschaft", das Martin Hecht vorgelegt hat. Zu dünn erscheinen ihm die Ausführungen des Autors. Die Essenz des Werks fasst Ungerer in aller Kürze so zusammen: die Pflege von Freundschaften ist wichtig, ebenso das rechtzeitige Erkennen von Konflikten. Er bescheinigt dem Autor, seine Überlegungen in einer "wohlgesetzten, durchpsychologisierten Geschenkbuchprosa" zu präsentieren. Originelle Einsichten kann er dabei aber beim besten Willen nicht finden. Stattdessen vieles, was einem Lebenserfahrung und Common Sense lehren. Einige wenige Stellen des Buchs haben ihn immerhin zum Nachdenken über eigene Freundschaften angeregt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.06.2006
Ein "schönes Dokument" des gegenwärtigen Freundschaftsbegriffs sieht Wilhelm Trapp in Martin Hechts Buch über die Kunst der Freundschaft. Er bescheinigt dem Autor, mit seinen Plädoyer für die Freundschaft in Zeiten sozialer Kälte und zerbrechender Institutionen wie Familie und Liebesbeziehungen durchaus einen Weg zu mehr Geborgenheit und menschlicher Wärme zu weisen. Das hält ihn indes nicht von einigen kritischen Bemerkungen ab. So moniert er die auffällig "hysterische Angst vor Fehlinvestitionen", die aus den zahlreichen Warnungen des Autors vor den Risiken der Freundschaft spricht. Er hält Hecht vor, immer wieder in eine "Alles-oder-Nichts-Logik" zu verfallen. Schließlich kann Trapp nicht über die zahlreichen Widersprüchlichkeiten hinwegsehen, etwa über den handfesten Materialismus einerseits und die Überidealisierung der Freundschaft andererseits.
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