Herausgegeben vom Deutschen Bundestag. Jeanette Wolff (1888 - 1976) gehört zu den großen, mutigen Frauenpersönlichkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Als Jüdin und SPD-Politikerin wird sie bereits im März 1933 von der SA für zwei Jahre inhaftiert. Im Januar 1942 verschleppt die SS sie nach Riga und im Sommer 1944 in das KZ Stutthof. Nach einem Todesmarsch wird sie am 26. Januar 1945 von der Roten Armee befreit. 1946 verfasst sie ihren Erlebnisbericht "Sadismus oder Wahnsinn" in Berlin. Im ersten Deutschen Bundestag ist sie die einzige weibliche Holocaust-Überlebenden, eine mahnende Stimme bis zuletzt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2025
Eine wichtige Wiederentdeckung ist dieses Buch, versichert Rezensent Thomas Jansen. Erschienen ist es ursprünglich 1946, die Jüdin, Holocaustüberlebende und nach dem Krieg SPD-Bundestagsabgeordnete Jeanette Wolff verarbeitet darin ihre eigenen KZ-Erfahrungen - sie war 1942 ins Ghetto Riga gezwungen worden und landete später in den KZs Riga-Kaiserwald und Stutthoff. Sachlich schildere dieser Band die Grausamkeiten, die Wolff erlebte, erstaunlich ist vor allem, wie sie bei all dem den Glauben an Menschlichkeit behält, was deutlich wird, wenn sie ihre Schrift mit Appellen an alle Frauen enden lässt, das Unrecht der Vergangenheit aufzuarbeiten. Eine lohnende Lektüre also, so kann man die Besprechung zusammenfassen, schade findet Jansen nur, dass das Nachwort der Neuauflage nicht allzu ausführlich ist und man nicht sehr viel über das außergewöhnliche Leben der Autorin erfährt.
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