Matthias Braun

Kulturinsel und Machtinstrument

Die Akademie der Künste, die Partei und die Staatssicherheit
Cover: Kulturinsel und Machtinstrument
Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2007
ISBN 9783525350492
Gebunden, 463 Seiten, 31,90 EUR

Klappentext

Eine Geschichte der Konflikte zwischen der SED und seiner repräsentativsten Künstlervereinigung. Die Geschichte der Ostberliner Akademie der Künste (1950-1993) ist von der Auseinandersetzung zwischen Geist und Macht gekennzeichnet. Zu den Protagonisten auf Seiten der Akademie gehörten renommierte Schriftsteller, Regisseure, Schauspieler, bildende Künstler und Musiker. Ihnen standen führende Genossen des Partei- und Staatsapparates, vor allem die für den Kulturbereich verantwortlichen Spitzenfunktionäre und einige weniger bekannte Stasi-Mitarbeiter gegenüber. Welche Mitspracherechte räumte das Regime der Akademie ein? Wie nutzte die vereinigte Kunstelite ihre politischen Handlungsspielräume? Matthias Braun untersucht erstmals und umfassend, welche Steuerungsmöglichkeiten die SED und das MfS auf die Akademie der Künste hatte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.01.2008

Jens Bisky hätte nicht mit Mathias Braun tauschen mögen, der es auf sich genommen hat, sich in seiner umfassenden Studie die alltäglichen Auseinandersetzungen und Debatten der Akademie der Künste in der DDR akribisch zu recherchieren, aber "dankbar" ist er allemal. Der Autor zeichne nicht nur die historische Entwicklung der Akademie Ost nach, er demonstriere auch die unterschiedlichen Wertungen der Akademiemitglieder, die mit Stolz oder Verachtung auf die Geschichte dieser wichtigsten offiziellen Kulturinstitution der DDR zurückblicken. Braun stellt gleich zu Anfang klar, dass es ihm in seinem Buch nicht um "Geschichtspolitik" gehe, auch wenn er die großen Konflikte zwischen der Ost- und der Westakademie nach Maueröffnung nachzeichnet, und auch keine "vereinfachte Täter-Opfer-Geschichte schreiben will. Vielmehr geht es ihm um eine Rekonstruktion der Entwicklung der Akademie der Künste und das ist ihm laut Bisky auch gut gelungen, wenn er auch bedauert, dass Braun ausgerechnet die interessante Zeit unter Heiner Müller etwas sehr kurz behandelt.

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