Dazwischen oder darüber hinaus? - Übergänge - sei es zwischen Zeiten, Gattungen oder Disziplinen - geben Spielraum. Die Studie analysiert den ästhetischen Reiz des Transitorischen. - Im Dazwischen findet das Ich, was es am dringendsten braucht: Spielraum. Jedoch sieht es sich Übergangsphänomenen meist eher passiv ausgesetzt, und: Übergänge sind Gefahrenzonen. Wer sie bestehen will, wagt etwas. Die Studie sucht nach Grenzen und Übergängen in wissenschaftlichen Disziplinen, nach poetischen Formen des Transitorischen und ihren Ursprüngen im modernen Bewusstsein, schließlich nach Gründen dafür, weshalb der paradoxe Versuch, mit sprachkünstlerischen Mitteln Verankerung auf Grenzen und Schwellen oder im Übergang zu finden, ästhetischen Reiz haben kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.05.2002
Mit gemischten Gefühlen hat Rezensent Bernhard Malkmus diese Studie gelesen. Wie Malkmus darlegt, beschäftigt sich Görner darin mit der Poetik beziehungsweise der Ästhetik von literarischen Kunstwerken auf der Schwelle zwischen Verlust und Erinnerung, zwischen Identität und Nicht-Identität. Malkmus bemängelt vor allem Görners Methodik. Zwar suggeriert die Kapitelfolge nach Auskunft des Rezensenten eine systematische Abhandlung der Thematik und liest sich wie ein Abriss wesentlicher Elemente der klassischen Moderne. Doch zerfallen die einzelnen Kapitel des Buches nach Ansicht Malkmus' dann in die Aufarbeitung einer Reihe von teils überholten Theorieschlagworten. Heraus kommt dabei, so die Kritik des Rezensenten, "ein gar nicht so kurioses Kabinett aus Einzelbeobachtungen, die - stilistisch ansprechend ausstaffiert - kein zusammenhängendes Stück auf die Bühne bringen". Was das "Transitorische" letztlich ist - etwas spezifisch Modernes, ein spezifischer, ästhetischer Modus oder ein genereller Modus des Ästhetischen? - bleibt für den Rezensenten im Dunkeln.
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