Berlin während des Kalten Krieges. Aus der Perspektive des Zeitzeugen und mit einem genauen Blick für die Besonderheiten und Entbehrungen des Ostberliner Alltags erzählt Matthias Friedrich Muecke die Geschichte zweier Heranwachsender. Vorlaut und unerschütterlich der eine, schüchtern und fragil der andere. Mit Indianerehrenwort schwören sich die unzertrennlichen Freunde ewige Verbundenheit, gehen gemeinsam durch dick und dünn, erleben die Willkür eines autoritären Systems - und werden schließlich aufmüpfige Teenager, die eine unbändige Gier nach Abenteuern verbindet. Doch das Verlangen nach Freiheit und Unangepasstheit wird ihnen zum Verhängnis - und führt in eine Katastrophe.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.11.2019
Robert Probst spürt die Bedrohung hinter den autobiografischen "Lausbubengeschichten" aus dem Pankow der sechziger und siebziger Jahre von Matthias Friedrich Muecke. Auch wenn der Autor sich bemüht, das Unbeschwerte, die kleinen Fluchten im sozialistischen Alltag hervorzuheben, und nostalgisch von Dreiecksbadehosen und Ost-Alkohol erzählt, denkt Probst beim Lesen mitunter das Schild mit der Aufschrift "Grenzgebiet" mit. In die vergnüglichen Anekdoten und launigen Illustrationen mischen sich laut Rezensent beiläufig und lakonisch die Auswirkungen der Diktatur.
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