Mitarbeit: Oliver Kobold. Wir müssen über den Tod reden. Es nicht zu tun, bedeutet, die Entscheidung darüber, wie wir sterben wollen, anderen zu überlassen. Der Palliativmediziner Matthias Gockel erlebt täglich, wie sehr Verdrängen und Verschweigen einen bewussten Umgang mit dem Sterben blockieren - nicht nur bei Patienten und Angehörigen, sondern auch bei ihren Ärzten. Er fordert deshalb eine neue Art der Gesprächskultur. Indem er aus seinem Berufsalltag erzählt, macht er nicht nur Mut, sich mit den eigenen Ängsten auseinanderzusetzen. Er gibt zudem wichtige Orientierungshilfen, wie sich in einem zunehmend auf Kostenersparnis ausgerichteten Medizinsystem Entscheidungen treffen lassen, die für ein Sterben in Selbstbestimmung und Würde unabdingbar sind.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 04.10.2019
Matthias Gockels Buch über den Tod kann hilfreich sein, meint Rezensent Frank Kaspar. Der Autor und Palliativmediziner plädiert für einen offeneren und bewussteren Umgang mit dem Sterben. So berichtet er in seinem Buch davon, dass nicht nur Patienten, sondern sogar Ärzte aus beruflichem Stolz oder aus finanziellen Gründen die Behandlung oft selbst nicht beenden wollen. Dabei gelingt es Gockel, über "Momentaufnahmen" aus seinem Berufsalltag Positivbeispiele für eine rechtzeitige palliative Versorgung und eine Akzeptanz des Todes zu liefern, lobt Kaspar. Ein "erfahrungsgesättigtes" Buch, das dazu anregen könne, sich rechtzeitig mit dem Tod auseinanderzusetzen, so der Rezensent.
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