Sollen Menschen, die sterben wollen, unter ärztlicher Begleitung auch sterben dürfen? Michael de Ridder, Internist, Mitgründer eines Hospizes und Vorsitzender einer Stiftung für Palliativmedizin, ist einer der wenigen Mediziner, die sich öffentlich dazu bekennen, unter bestimmten Bedingungen Sterbehilfe zu leisten. Er hat deshalb auch vor dem Bundesverfassungsgericht erfolgreich gegen den Strafrechtsparagraphen 217 geklagt, der die geschäftsmäßige Suizidhilfe 2015 unter Strafe gestellt hatte. In seinem neuen Buch legt er die Positionen der Unterstützer wie Gegner der Suizidhilfe dar und zeigt die Schwachstellen in unserem Gesundheitssystem, die es Schwerstkranken vielfach unmöglich machen, angemessene Hilfe zu erhalten, wenn alle anderen Optionen erschöpft sind. Am eindrücklichsten ist de Ridders Buch dort, wo er von seinen Erfahrungen in der Begleitung sterbewilliger Patienten spricht und erklärt, in welchen Fällen er bereit ist, schwer kranken Menschen zu helfen, ihr Leben selbst zu beenden.
Rezensentin Catrin Stövesand empfiehlt das Buch des Palliativmediziners Michael de Ridder Sterbehilfeskeptikern, die sich überzeugen lassen möchten. Der Autor liefert gute Argumente, findet sie, wenn er Leidensdruck und Todeswillen an Fallbeispielen aus der Praxis exemplifiziert. Die Aufgaben und Zweifel des Arztes nimmt sich der Autor auch vor, meint Stövesand. Und er lässt durchblicken, dass die Grenzen zwischen medizinischer Behandlung und Sterbehilfe oft fließend sind. Wie das Recht dazu steht, erläutert de Ridder der Rezensentin zur Orientierung. In den praxisnahen Passagen scheint Stövesand das Buch am stärksten, wenn de Ridder Gegenargumente selbst zu entkräften sucht, ist es weniger überzeugend, findet sie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.10.2021
Rezensent Kim Björn Becker schätzt das Buch des Arztes und Sterbehilfe-Befürworters Michael de Ridder vor allem für seine Fallbeispiele aus dem Klinikalltag. Hier vermittelt ihm der Autor sein Engagement für eine geregelte Sterbehilfe und eine abgewogene Distanzlosigkeit zum Patienten. Dass der Autor nicht neutral beobachtet, sondern selbst mit einer Verfassungsbeschwerde gegen den Paragrafen 217 vorging, macht das Buch lebendig und aktuell, aber auch streitbar, findet Becker. Dazu passt, dass de Ridder auch auf Gegenargumente eingeht und klare Kriterien fordert, erklärt Becker.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…