Diese Briefauswahl des deutschen Architekturkritikers und -lehrers Julius Posener (1904?1996) fächert ein Lebenspanorama auf, das fast ein Jahrhundert umspannte. Aus bürgerlich-jüdischem Berliner Hause stammend, ging er 1933 nach Paris, emigrierte 1936 nach Palästina, zog weiter nach England und Malaysia, um 1961 nach Berlin zurückzukehren. Gespiegelt wird dieses wechselvolle Schicksal in der regen Korrespondenz, die er über Jahrzehnte mit den verschiedensten Briefpartnern unterhielt: mit Erich Mendelsohn, Le Corbusier, dem Kunsthistoriker Max Raphael, Pierre Vago, der Architektin Lotte Cohn, seiner Mutter und dem älteren Bruder, aber auch mit Thomas Mann. Für diesen Band wurden aus dem äußerst reichen Fundus von mehreren tausend Briefen über hundert ausgewählt und durch Anmerkungen, Kommentare und ? wo nötig ? durch die Antworten seiner Korrespondenzpartner ergänzt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.07.2000
Über hundert Briefe von einem, der seit seiner Vertreibung 1933 aus Deutschland in vielen Ländern, am Ende auch wieder in Deutschland, zu Hause war, der reiste, flanierte, las und hinsah: da finden sich die "Wirren des vergangenen Jahrhunderts" ebenso wieder wie kluge Bemerkungen zu Architektur und Kultur, schreibt Astrid von Friesen. Ganz offensichtlich ist sie hellauf begeistert von diesem Band, aus dem sie in ihrer Besprechung immer wieder zitiert, u.a. aus einem Brief seines frühen Mentors Erich Mendessohn, der ihm riet, "sich dem Wort hinzugeben" und nicht unbedingt "Architektur zu praktizieren". Die Rezensentin lobt zudem die "vorzüglichen" Kommentare der Herausgeber. Eine wunderbare "Fundgrube für Architekturliebhaber", meint von Friesen. Und man hat den Eindruck: es ist eine Fundgrube nicht nur für sie!
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