Mit 25 Abbildungen. Das 20. Jahrhundert war auch in der Architektur das Jahrhundert der Experimente, des ständigen Neubeginns, der sich wandelnden Visionen für eine bessere Zukunft. Die neuen Bauten sollten eine menschenwürdigere Welt vorwegnehmen oder sozialen Experimenten als Hülle dienen. Ursula Muscheler erzählt die Geschichten von zwanzig dieser Bauten - entworfen von den großen Architekten des Jahrhunderts wie Frank Lloyd Wright und Adolf Loos, Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe, Le Corbusier und Hans Scharoun. Wie Loos' "Haus ohne Augenbrauen" in Wien, so erregten sie alle Aufsehen in ihrer Zeit und wirkten stilprägend für die Zukunft. Das Buch lässt die Bauherren und Architekten mit ihren Ideen und Hoffnungen auftreten, erläutert ihre Neuerungen und schildert die meist gespaltene Reaktion der Zeitgenossen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.12.2007
Angetan zeigt sich Rezensent Frank Thinius von Ursula Muschelers "Architekturgeschichten aus dem 20. Jahrhundert". Die Darstellung von zwanzig epochalen Gebäuden von Adolf Loos' schmucklosem Wohn- und Geschäftshaus gegenüber der Wiener Hofburg am Michaelerplatz über Walter Gropius' Bauhaus-Bauten in Dessau und Ludwig Mies van der Rohes Villa Tugendhat in Brünn bis zu James Stirlings Neuer Staatsgalerie in Stuttgart lobt Thinius als abwechslungsreich und profund. Dabei attestiert er der Autorin, von den Architekten und Bauherren ebenso lebendig zu erzählen wie von ihren Gebäuden. Zudem lasse sie die Verantwortlichen und ihre Zeitgenossen zu Wort kommen und skizziere die Ideen und Debatten, die sie bewegten. Darüber hinaus gelingt es Muscheler in seinen Augen, die verschiedenen Architekten miteinander in Beziehung zu setzten und so ein "differenziertes Bild" der Moderne zu gewinnen.
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