Der Bauernjunge Rafael López Serrador verlebt seine Kindheit in dem Dorf Viver de las Aguas, wo jedes Jahr die Fiesta in einem grausamen Ritual gipfelt: Ein Stier mit brennenden Pechkugeln an den Hörnern wird durch die nächtlichen Straßen des Ortes gehetzt. Spanien ist in Aufruhr ? der König dankt ab, die Republik wird ausgerufen. Unmerklich wird Rafael in den Sog der Ereignisse gezogen, er trifft auf Kommunisten, Anarchisten, Sozialisten und Faschisten, Demokraten und katalanische Nationalisten, wird in Debatten und Diskussionen verwickelt, wechselt mehrfach die Seiten und begeht sogar einen Mord. Nach dem Putsch der Generäle schließlich, als die Straßenschlachten des 18. und 19. Juli toben, irrt Rafael durch das brennende Barcelona. Max Aub entfaltet das Panorama einer zerrissenen Welt, die dem Einzelnen nicht die Wahl läßt, jenseits von Ideologien zu leben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.12.1999
Die ersten beiden Bände eines sechsteiligen Romanzyklus` über den Spanischen Bürgerkrieg - "Nichts geht mehr" und "Theater der Hoffnung" - hat sich Eberhardt Falcke gründlich und interessiert angesehen. Er lobt sowohl die sorgfältige Übersetzung von Buschmann und Gerold als auch die "informativen Anmerkungen, Kommentare und Nachworte" der Herausgeberin Mercedes Figueras, - und preist schließlich auch Aubs großen Wurf mit Fleiß und Überzeugung. Weil ein politischer Kontext für die Diskussion des Spanisches Bürgerkriegs, wie er beispielsweise in den 68ern bestand, heute jedoch fehlt, so merkt er nüchtern an, wird der leider erst jetzt übersetzte Zyklus wohl bald wieder "im Archiv historisch entrückter Kostbarkeiten" verschwinden.
Die literarische Qualität hat Falcke nicht in beiden Bänden gleichmäßig überzeugt. Das im Pariser Exil 1939 geschriebene erste Buch scheint ihm kraftvoll authentisch und wunderbar polyphon, aber insgesamt zu chaotisch, das im mexikanischen Exil 1968 entstandene zweite Buch sei dagegen klarer strukturiert. Max Aub, über dessen Leben und Werk Falcke sich ansonsten ausschweigt (aber ein Portraitfoto ist abgedruckt), hat in seinem Werk den Spanischen Bürgerkrieg als "zeittypische Tragödie dieses Jahrhunderts" mit hohem literarischen Anspruch und manchmal überbordendem Dokumentaristenehrgeiz - und keinesfalls etwa als "Heldensage" - vorgeführt.
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