Aus dem Englischen von Franziska Becker, Heike Curtze und Eduard Thorsch. Der nach einem Putsch im Juli 1936 ausgebrochene spanische Bürgerkrieg rief bei vielen Intellektuellen auf der ganzen Welt Solidarität mit der bedrohten Republik hervor. Arthur Koestler, zu der Zeit Journalist und Mitarbeiter der von Willy Münzenberg geleiteten Westeuropäischen Agitprop-Abteilung der Komintern, kam bereits im August 1936 nach Spanien. Im Februar 1937 erlebte er den Fall Málagas. Bevor er während seiner Gefangenschaft nach Sevilla verlegt wird, werden während der fünf Tage seiner Isolierhaft in Málaga fünftausend Menschen erschossen. "Ein spanisches Testament" gilt als der "klassische Bericht" über das Schicksal Abertausender von Inhaftierten im Spanischen Bürgerkrieg sowie als "ungewöhnliches menschliches Dokument".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.10.2012
Beeindruckt zeigt sich Rezensent Franz Haas von Arthur Koestlers Buch "Ein spanisches Testament", das nun in einer Neuauflage vorliegt. Zwar hätte er sich eine weniger nachlässige Ausgabe des Werks gewünscht, eine, die auch auf die verworrene Editionsgeschichte eingeht. Dennoch bleibt dieses Buch, das auf Koestlers Gefängnistagebuch von 1937 basiert - der Schriftsteller war Spaniens faschistischen Putschisten in die Hände gefallen und zum Tode verurteilt worden -, für ihn höchst lesenswert. Er betrachtet das "spanische Testament" als Mischung aus autobiografischem Bericht und historischer Zeitzeugenschaft, das nicht nur den Gefängnisalltag, sondern auch die allgemeine Kriegslage eindrucksvoll schildert. Für Haas wird anhand dieses Buchs einmal mehr deutlich, dass Koestler nicht nur der berüchtigte kommunistischer Renegat war, sondern auch ein "hochkaratiger Schriftsteller".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.05.2012
Burkhard Müller begrüßt es ausdrücklich, dass der Schweizer Europa Verlag nun Arthur Koestlers Reportage aus dem Spanischen Bürgerkrieg, die auf Deutsch erstmals 1938 erschien, wiederaufgelegt hat. Der Autor war als letzter westlicher Korrespondent in Malaga verblieben und dokumentiert nicht nur eindringlich die Gewaltexzesse, die die Franquisten entfachten. Bei den fesselnden Schilderungen beobachtet der Autor, der selbst der Erschießung nur knapp entgeht und inhaftiert wird, zudem sehr genau, wie Gefängnis und "Todesangst" auf ihn wirken, so der Rezensent beeindruckt. Weniger beeindruckt ist Müller allerdings von den vielen aus der deutschen Erstausgabe übernommenen Druckfehlern, die er mangelnder "Sorgfalt" und einer nachlässigen Korrektur anlastet. Richtig ärgerlich macht ihn zudem, dass die Ausgabe nicht mal die Übersetzer Franziska Becker, Heike Curtze und Eduard Thorsch nennt, was er als "Schlamperei" harsch tadelt.
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