"It's only a movie", pflegte Alfred Hitchcock zu sagen, wenn jemand, insbesondere er selbst, an einem seiner Filme etwas auszusetzen hatte. Ein nicht rundum gelungenes Kunstwerk ist also halb so schlimm. Viel schlimmer ist es, mit vollem Mund niesen zu müssen, zum Beispiel während eines Staatsbanketts: Man hält sich zwar die Hand vors Gesicht, bedeckt jedoch den Mund nicht ausreichend, sodaß ein Schwall halbzerkauten Pangasiusfilets mit Prinzeßkartöffelchen in Geschoßgeschwindigkeit dem gegenübersitzenden, ohnehin etwas gereizt wirkenden Botschafter von Libyen ins Gesicht fliegt. Und dann fällt einem zu allem Überfluß nicht sofort ein, was "Entschuldigung" auf Arabisch heißt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 31.10.2014
Ulrich Seidler ist vollkommen hingerissen von "Chefinnen in bodenlangen Jeansröcken", einem Sammelband der vier in Zusammenarbeit von Max Goldt (Text) und Martin Z. Schröder (Gestaltung) entstandenen, in Kleinstauflagen erschienenen Bücher. Wie der Schriftsetzer Schröder die Goldt'schen Kostbarkeiten in Blei gießt und arrangiert, das lässt den Rezensenten andächtig genießen. Wobei Seidler darauf hinweist, dass wahre Bibliophile darunter leiden werden, nur ein Faksimile der bibliophilen Erstausgabe in den Händen zu halten - "Nichtfetischisten" kommen jedoch auf ihre Kosten, versichert er. Bisweilen kommt Seidler ihm vor, als kitzle Schröder mit seiner aufmerksamer Gestaltung Feinheiten aus den Texten, die Goldt womöglich gar nicht hineingelegt hatte: "Das grenzt an Regietheater", so der Rezensent begeistert.
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