Max Goldt

Der Krapfen auf dem Sims

Betrachtungen, Essays u.a.
Cover: Der Krapfen auf dem Sims
Alexander Fest Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783828601567
Gebunden, 176 Seiten, 15,24 EUR

Klappentext

Der Band umfasst nicht nur Kolumnen, sondern Betrachtungen, Essays u.a.. Inhaltlich ordnet Max Goldt seine Gegenstände diesmal gemäß der klassischen philosophischen Unterscheidung von gottgeschaffener und menschengeschaffener Welt, schlichter gesagt: von Natur und Kultur.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.01.2002

Bücher von Max Goldt sind wie Bücher von Max Goldt. Eine schöne Tautologie von Dirk Fuhrig, die dem eingeweihten Leser sagen soll, was er eh schon weiß: Zwischen den Buchdeckeln schimmert stilvoll formuliertes Geschliffenes, brillante Einfälle, elegante Satzkonstruktionen ... Verblüffendes aber auch, wie in dieser neuesten Kompilation von Titanic- und anderen Kolumnen, weil selbst altgediente Goldt-Leser wie Fuhrig immer wieder staunen können, wie dieser Autor "die Höhen des Literarischen mit den Trivialitäten der Comedy (vereint)", und sein "transparenter Stil" die Klippen des Schwulstes umschifft. "Die Sujets an sich sind nicht so wichtig". Wichtig dagegen ist: Dieser Band zeigt "den Kolumnen- Großmeister auf der Höhe seiner Kunst". Die paar "schrecklichen Fotos", die der Meister dem Band beigefügt hat, übersehen wir da geflissentlich.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.06.2001

Groß war der Kummer der Goldt-Fans, zu denen offensichtlich auch Rezensent Manfred Papst zählt, als der Autor 1998 seine "Titanic"-Kolumne einstellte. Aber hier und da und in der "Titanic" schreibt er immer noch, so dass Goldts Kolumnen weiterhin in Buchform erscheinen werden. Diesmal sind Texte aus den Jahren 1998 bis 2000 dabei, informiert uns Papst; in bewährter Qualität, so befindet der Kritiker. Er bewundert an Goldt, was ihn in seinen Augen von anderen Kolumnisten unterscheidet: die subtile Art, das Fehlen jener "aufgesetzten Souveränität", die einem sonst die "Schmunzelprosa verdirbt". Bei den versammelten Texten lasse sich aber auch sehen, dass Goldt nicht alle Themen gleich liegen: Da wo sich Goldt auf Reisen begebe, nach China beispielsweise, und ihm der heimische Kontext zur präzisen Situierung fehle, drohten seine Texte auch schon mal zur "anekdotischen Mäkelei zu verkommen". Ansonsten: große Begeisterung und leichtes Erschrecken, wie schnell Texte Patina ansetzen können (ohne deshalb erledigt zu sein), so bei Goldts Erörterung über das Verkommen der Schriftkultur im Zeitalter des Faxes.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.05.2001

Dieter Hildebrandt hat diesen Band, "Science-Fiction aus unseren eigenen vier Wänden", offenbar mit dem größten Vergnügen gelesen. Dabei hält er es für überflüssig, auf ein Neues auf Goldts speziellen Witz einzugehen - von der Tatsache abgesehen, dass er Goldt als jemanden beschreibt, der "jeden Tag neu bei sich" ist, was für ihn eine Mischung zwischen Abenteuer und Improvisation zu sein scheint. Die Stärken Goldts liegen für Hildebrandt offenbar vor allem in dem Mut, sich an Trends jeglicher Art völlig desinteressiert zu zeigen. Stattdessen beschäftigt sich Goldt, wie der Leser erfährt, vor allem mit Haushaltsgeräten: Spülmaschinen und Staubsaugern wird hier "in der Literatur endlich zum Durchbruch" verholfen und die Ernte des "Wunderstaubsaugers Dyson DC 02 mit dual cyclone technology" freudig begutachtet. Kurz und gut: Hildebrandt ist begeistert angesichts so viel "avantgardistischer Betulichkeit".
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