Absurde Verträge sind Verträge über offensichtlich unmögliche Leistungen. Sie zeichnen sich durch ein gewisses Maß an Lächerlichkeit sowie die Nutzlosigkeit der Leistungshandlung für den erhofften Leistungserfolg aus. Betroffen sind neben esoterischen und übersinnlichen Leistungen vor allem Heilbehandlungen, die Erkenntnissen der Medizin offenkundig widersprechen. Ungewöhnliche Leistungsversprechen wie die Aktivierung positiver Energien oder wissenschaftlich nicht nachweisbare Wirkstoffe erfordern eine neuartige, tiefgehende Abmessung der Reichweite und Anwendbarkeit des Paragraphen 275 Abs. 1 BGB unter Einbeziehung der Wissenschaftstheorie. Über die Rechtswissenschaft hinaus reicht die gesellschaftliche Frage, welche Toleranz Leistungsangebote genießen sollten, die auf eigenwilligen Weltanschauungen beruhen und teilweise direkt mit wissenschaftlichen Erkenntnissen kollidieren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.02.2014
Über die salomonischen Lösungen, die Maximilian Becker in seinem Buch über "Absurde Verträge" zusammenträgt, kann Jürgen Kaube nur staunen. Gründlich und instruktiv, wie Kaube erklärt, dokumentiert Becker Absurditäten aus der Vertragswelt und -heorie und den Umgang der Rechtssprechung damit. Dabei wird dem Rezensenten klar: Auch unvernünftige bis irrsinnig scheinende Verträge können den Vertragspartnern von Nutzen sein und sollten in einem liberalen Rechtsordnung möglich sein.
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