Aus dem Niederländischen von Christiane Kuby. Am Jahrestag des Todes ihrer einzigen Tochter, verschwindet die Schriftstellerin Raya Mira Salomon spurlos. Sie geht in eine Kneipe an der Ecke, um Zigaretten zu kaufen, und kehrt nicht mehr zurück. Hat ihr Verschwinden mit den nicht restlos geklärten Umständen des Todes ihres Kindes vor einem Jahr zu tun? Oder wollte sie einen klaren Schnitt machen und die Beziehung mit Gideon Salomon, dem Fotografen, beenden?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.02.2002
Für Veronika Schöne ist Maya Raskers Debüt ein "ausgesprochen gelungener Roman", vor allem weil er die Lebensgeschichte ihrer Protagonisten zwischen "Dichtung und Wahrheit, Kunst und Leben" anspruchsvoll und mit Fingerspitzengefühl beleuchtet, ohne dabei in pathetische Schwere oder "coole Pop-Prosa" zu verfallen. Leicht und belebt spielen die Szenen zusammen, um "Bildern und Gedanken freien Raum zur Entfaltung" zu lassen und die fast schon "stoische Heldin" trotzdem "direkt und unmittelbar" greifbar zu machen, meint die Rezensentin. Auch die Symbolik, mit der die Autorin die Selbstsuche ihrer Figuren zeigt, findet Schöne aussagekräftig und gelungen. Nur den Schluss findet sie schwerfällig: Hier verfalle der Roman ins Klischee.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.01.2002
Iris Denneler hat kein einziges lobendes Wort für den Roman von Maya Rasker übrig. Der ist für die Rezensentin auch weniger Roman als vielmehr leicht durchschaubare, langatmig geschriebene und deutlich belehrende "Verständigungsprosa für rollenunsichere Jungmütter und -väter". Der Plot ist schnell erzählt: Eine junge Mutter verschwindet beim Zigarettenholen, ihr Mann rekonstruiert ihr Leben und muss am Ende erkennen, dass sie aus Überforderung das gemeinsame Kind erstickt und die Flucht ergriffen hat, berichtet Denneler mit leicht genervtem Unterton. Auch wenn die Autorin die Dunkelkammern menschlicher Beziehungen gut kenne, sei sie nicht in der Lage, ihr Wissen literarisch umzusetzen. Denneler konstatiert einen deutlichen Mangel an "Sinnlichkeit, Imaginations- und Ausdruckskraft" bis hin zum "Tod des Erzählens".
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