Der kleinen Hanno Dietz schlägt sich mit seiner Mutter im Hamburg der Nachkriegsjahre durch. Steine klopfen, Altmetall suchen, Schwarzhandel - das ist sein Alltag. Eines Tages entdeckt er in den Trümmern eine Tote - und etwas abseits einen etwa dreijährigen Jungen, der erstaunlich gut gekleidet ist. Das Kind spricht kein Wort, Verwandte sind nicht auffindbar. Und so wächst das Findelkind bei den Dietzens auf. Jahre später kommt das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur, das auf fatale Weise mit seiner Familie verknüpft ist …
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.11.2016
Schaudernd liest Christine Dössel diesen Roman, mit dem Mechtild Borrmann auf eine Mordserie Bezug nimmt, die 1947 in Hamburg als die "Trümmermorde" bekannt wurde. Doch während diese authentischen Fälle in Wahrheit nie geklärt wurden, löst Borrmann sie in ihrer Fiktion auf und gibt auch den Opfer, die allesamt nackt und erdrosselt in Ruinen aufgefunden wurden, neue Identitäten. Nicht nur dass es so gewesen sein könnte, spricht die Rezensentin an, sondern auch dass Bormmann die Nachkriegsjahre in ihrer Kälte und Not so überzeugend, in unaufgeregter Sachlichkeit schildert. Dass sie darüber hinaus auf 300 Seiten auch noch drei Familiengeschichten miteinander verknüpft und über mehrere Generationen verfolgt, rechnet ihr Dössel auch positiv an.
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