Von Anfang an wurde der PDS in den westdeutschen Bundesländern keine Entwicklungschance eingeräumt. Wissenschaftliche und publizistische Beobachter und Akteure unterschiedlicher politischer Couleur konstatierten immer wieder das Scheitern der PDS im Westen. Auch als die Einschätzung, die ostdeutsche PDS sei lediglich ein Übergangsphänomen, ad acta gelegt wurde, änderte sich daran nichts Wesentliches. Diese Bewertungen in Rechnung gestellt, hat sich die PDS in den westdeutschen Bundesländern relativ lange als politisch handlungsfähige Organisation behauptet, wenn auch auf niedrigem Niveau, und - zumindest spärliche - Erfolge vorgewiesen. Wenn die Überlegungen zutreffend sind, daß die PDS im Westen nicht akzeptiert sei und dort absehbar keine Bedeutung haben werde, dann interessiert die Frage nach den Ursachen. Die kulturelle Fremdheit der PDS im Westen korrespondiert mit dem Beharrungsvermögen großer Teile der westdeutschen Linken. Wer zukünftig zusammenarbeiten, gar ein gemeinsames, solidarisches und tragfähiges Projekt entwickeln will, sollte daran interessiert sein, gegenseitige Fremdheit und Unkenntnis abzubauen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.05.2006
Als handfester Kritiker der SED-Nachfolgepartei PDS gibt sich Rezensent Harald Bergsdorf in seiner Besprechung dieses Buchs von Meinhard Meuche-Mäker zu erkennen. Meuche-Mäker geht darin der Frage nach, warum die PDS im westlichen Teil Deutschlands zwischen 1990 und 2005 nicht wirklich Fuß fassen konnte. Bergsdorf referiert im Wesentlichen zwei Ursachen, die Meuche-Mäker identifizieren konnte: Erstens haben es neue Parteien in der Bundesrepublik grundsätzlich schwer und zweitens konnte die PDS im Westen nicht auf die im Osten vorhandenen Vorarbeiten der SED zurückgreifen. Bergsdorf nennt auch noch einen dritten Grund, den er bei Meuche-Mäker vermisst: Zwischen Linkssein im Osten und Linkssein im Westen bestehen laut Rezensent aufgrund der unterschiedlichen Systeme und der Sozialisation immer noch große Unterschiede.
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