Robert Misik, einer der streitbarsten linken Publizisten seiner Generation, beschreibt, wieso Gesellschaftskritik wieder hip ist. Mit Witz, Ironie und Überzeugungskraft verdeutlicht er, warum es in der Ära des Entertainments so schwierig ist, auf kluge Weise links zu sein, und warum Linkssein doch die einzige Weise ist, klug zu sein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 10.08.2005
Rezensent Kersten Knipp hat nicht mehr als Spott übrig, für Robert Misiks Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Übeln unserer Zeit. Knipp stört sich an der fehlenden Ernsthaftigkeit des Buches; daran, dass eigentlich unklar ist, worum es Misik genau geht - außer um die Formulierung eines diffusen Unwohlseins. Und das legt Misiks Denkapparat nach Meinung des Rezensenten so sehr lahm, dass er zum Analysieren oder gar zu Vorschlägen zur konkreten Abhilfe gar nicht mehr kommt: "Denn was, und hier reiht sich Misik in die große Tradition des deutschen Idealismus ein, ist schon die Kraft der Tat gegen die des Gedankens?" Unter diesem Aspekt betrachtet findet Knipp das Buch sogar zynisch: "Exakt dies ist der deprimierendste und zynischste Zug des Buchs: Seine aufgeblasene Hingabe an die Theorie, gepaart mit völliger Weltvergessenheit."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.05.2005
Kapitalismuskritik gibt es derzeit in vielfacher Form: "kenntnisreich resignativ, ironisch aggressiv oder süß rebellisch". Wenn wir Jens Bisky richtig verstanden haben, dann fügt Robert Misik dieser Palette noch eine weitere hinzu: die "dumm-devot-schnöselige". Er präsentiert seine Bestenliste der Kapitalismuskritiker, von Karl Marx über Antonio Negri, Andreas Baader (!) Slavoj Zizek bis Michael Moore. Was Bisky das Buch so suspekt macht, ist, dass es Misik nicht um die Sache geht (nie erfahre man, warum man eigentlich den Kapitalismus verteufeln muss), sondern um die "Geste der Distinktion": Linkssein ist einfach hipper.
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