Michael Crummey

Die Unschuldigen

Roman
Cover: Die Unschuldigen
Eichborn Verlag, Köln 2020
ISBN 9783847900528
Gebunden, 352 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Ute Leibmann. Der elfjährige Evered und seine zwei Jahre jüngere Schwester Ada wachsen unter kargen Bedingungen auf. Sie sind die Kinder von Fischern, die allein inmitten der kanadischen Wildnis leben. Als ihre Eltern sterben, sind die Geschwister auf sich allein gestellt; sie wissen nur das von der Welt, was sie von Mutter und Vater gelernt haben. Also führen sie deren hartes Leben nach Kräften weiter. Bis die Loyalität der Geschwister auf die Probe gestellt wird und sie für ihre Zukunft kämpfen müssen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 21.11.2020

Dem Rezensenten Michael Watzka zufolge ist es Michael Crummey gelungen, das Fragment einer wahren Begebenheit aus dem Neufundland des 18. Jahrhunderts zu einem gelungenen Roman zu machen. Seine Geschichte über die Geschwister Evered und Ada, die als Kinder zu Weisen werden und von da an auf sich allein gestellt an einem Küstenabschnitt ums Überleben kämpfen, wird zu einem feinsinnigen Experiment, so Watzka: Der Inzest, dem die Geschwister laut den historischen Quellen verfallen sind, bahnt sich hier langsam an und wird durch die absolute Kargheit der Lebenssituation und die Ahnungslosigkeit der Protagonisten verständlich. Ein so heikles Thema so sensibel zu erzählen verdient Anerkennung, meint der Kritiker.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.09.2020

Die Geschwister Ada und Everett werden mit neun und elf Jahren an einem kargen Küstenort des 19. Jahrhunderts plötzlich zu Waisen und müssen ihr Leben fortan der Natur abtrotzen, fasst Rezensentin Sylvia Staude diesen Roman zusammen. Obwohl der Autor ihr den Schrecken des harten Überlebenskampfs der beiden nur zu deutlich macht, findet die Kritikerin das Buch erfrischend undramatisch: Wo keine Gesellschaft die Geschwister dafür verurteilen kann, dass ihre Beziehung sich inzestuös entwickelt, da gibt es auch keine Verurteilung. Eine düstere, aber intensive Leseerfahrung, schließt Staude.
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