Michael Disque, Roman Ehrlich

Das Theater des Krieges

Cover: Das Theater des Krieges
Spector Books, Leipzig 2017
ISBN 9783959051019
Gebunden, 120 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Im Sommer 2015 besuchten der Schriftsteller Roman Ehrlich und der Fotograf Michael Disqué das Lager Camp Marmal der Bundeswehr in Masar-e Sharif in Afghanistan. Ihr Ziel war es, das Leben der Soldaten im Camp zu porträtieren, ohne auf die üblichen Narrative der journalistischen Reportage zurückzugreifen. Im Zentrum ihre Buches stehen die Strukturen, die sich die Soldaten geschaffen haben und die Wechselwirkung zwischen Camparchitektur und- bewohnern, die extreme Künstlichkeit des Lebensraumes und der trotz militärischer Organisation sich an allen Orten ausbreitende zivile Aspekt des Lebens. Abgeleitet von dem Begriff Theatre of War, dem Schlachtfeld, steht das Theater des Krieges für alle Aspekte der Inszenierung, die den Krieg bedingen - hier zuvorderst in ihrer banalsten Form des Alltags der Angestellten des Krieges in ihren Büros, Werkstätten und Unterkünften, in den Versorgungseinrichtungen und der Truppenküche, beim Warten und Nachdenken.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.05.2017

Mit viel Lob bespricht Rezensent Cornelius Wüllenkemper diesen Bild- und Textband, in dem der Autor Roman Ehrlich und der Fotograf Michael Disque drei Wochen lang den Alltag im Bundeswehrfeldlager im afghanischen Masar-i-Scharif eingefangen haben. Dass Ehrlich und Disque sich vor allem auf die Sicherung und Organisation der Truppe konzentrieren, dabei Bilder und Texte wie ein "Mosaik" anordnen, in welchem dem Betrachter die Kombination zu einem Gesamtbild selbst überlassen bleibt, findet der Kritiker klug: Dank der von Ehrlich notierten und meist unkommentierten Zitate des militärischen Personals und der poetischen Aufnahmen Disques, der die "künstliche Gemütlichkeit" der Nicht-Orte und eigens angelegten Übungskulissen fotografiert, entsteht eine Geschichte jenseits der "üblichen Narrative der journalistischen Reportagen", lobt Wüllenkemper. Nicht zuletzt bewundert er, wie die Autoren der allgegenwärtigen unberechenbaren Bedrohung mit "leiser Ironie" begegnen.

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