Am 7. September 1949, gut viereinhalb Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur, konstituierte sich in Bonn der Bundestag als Verfassungsorgan der Bundesrepublik. Damit ist der 7. September 1949 zugleich der Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland. Wie die Arbeit im Bundestag gestaltet und organisiert wird, welchen politischen Einflüssen sowie gesamtgesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen der Bundestag und seine Mitglieder im Laufe der Geschichte ausgesetzt waren, ist Gegenstand dieses Buches. Der Parlamentshistoriker Michael F. Feldkamp befasst sich seit nahezu 30 Jahren mit der Geschichte des "Hohen Hauses" und präsentiert sie in dem er die Wahlperioden einzeln betrachtet. So werden Unterschiede und Veränderungen in besonderer Weise deutlich und einzigartige historische Blicke auf die Institution und ihre Protagonisten gewährt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.10.2024
Keine allzu erquickliche Lektüre ist Michael F. Feldkamps Buch über die Geschichte des Bundestags, ärgert sich Rezensent Gerrit ter Horst. Vor allem ist es dem Rezensenten zufolge zu kleinteilig geraten, hangelt sich an Geschäftsordnungspunkten und Wahlperioden entlang, als gröbere Orientierung dient die Abfolge der Bundestagspräsidenten. Dass der Schwerpunkt auf der Frühphase der Bundesrepublik liegt, leuchtet dem Rezensenten ein, schließlich wurden da die Grundlagen der Nachkriegsdemokratie etabliert, etwa hinsichtlich des Wechselspiels zwischen Regierung und Opposition als zentralem Antagonismus. Gelegentlich finden sich laut ter Horst amüsante Anekdoten zum Beispiel hinsichtlich einer Ausschussdiskussion über die Frage, ob Coca-Cola Platz im Bundestagsrestaurant hat, in anderen Passagen irritiert Feldmans politische Parteinahme, die nicht zu seinem protokollarischen Ansatz passen will. Irgendwie passt dieses unbefriedigende Buch zu einem Parlament, schließt der Kritiker, das allzu oft nur die Arbeit der Regierung diskutiert, anstatt selbst Initiative zu zeigen.
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