Karl Jaspers gehört nicht nur zu den bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Nach dem Krieg wurde er auch zu einem der herausragendsten und zugleich umstrittensten politischen Denker in Deutschland. Dreißig Jahre nach seinem Tod wird mit diesem Buch erstmals der Versuch gemacht, Jaspers` politisches Denken und sein schwieriges Verhältnis zur Bundesrepublik auszuarbeiten und zu bewerten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.1999
Ein etwas zwiespältiges Lob spendet Franziska Augstein Kadereits Bemühungen um Jaspers` politisches Denken: Dies sei ein "historisches Buch". Daran, so meint sie, könne man ermessen, wie weit entrückt die Bonner Republik schon sei. Denn an Jaspers politischen Ängsten und Interventionen scheint sie wenig Aktualität zu finden. Sein Denken habe etwas "unzeitgemäß Elitäres", und seine Sorgen - etwa dass sich in Deutschland eine "Diktatur der Karrierepolitiker" entwickeln würde - hätten sich als gegenstandslos erwiesen. Auch sein elitäres Misstrauen gegen die Bevölkerung bei gleichzeitiger Verteidigung der Demokratie gegen die Politiker findet sie widersprüchlich.
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