Die kritischen, autobiographischen Essays und selbst für Kenner ungewöhnlich die erzählerische Prosa zeigen eine unbekannte Seite des großen Dichters Michael Hamburger: Seit über sechs Jahrzehnten denkt er über das Rätselhafte in der Dichtkunst nach, über die ungelösten Fragen eines Übersetzers und Kritikers, über berühmte Zeitgenossen sowie über die Unbilden eines langen 20. Jahrhunderts.Der Band ergänzt, vertieft und kommentiert Grundthemen der Hamburger'schen Lyrik: Aneignung und Umwandlung einer Vielfalt von Formen zeigen den Dichter als erfinderischen Erben einer reichen Tradition der europäischen Dichtung sowie als mitfühlenden, reflektierenden, auch ironischen Beobachter seiner Umgebung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.10.2007
Jürgen Brocan hat diesen Band mit Texten des Lyrikers und Übersetzers Michael Hamburger zu seiner Übersetzertätigkeit, über Hofmannsthal, Hölderlin und Sebald, über Musik oder das Alter mit Gewinn gelesen, wie er betont. Auch wenn es Wiederholungen in diesem Band gebe, was sich gar nicht vermeiden lasse, weil Hamburger über bestimmte Aspekte in verschiedenen Zusammenhängen nachsinne, biete er neue Zugänge zum dichterischen Werk des Autors und überzeuge durch seine Themenvielfalt, lobt der Rezensent. Besonders die poetologischen Ausführungen, wie die Überlegungen zur Analogie zwischen Gärtnern und Dichten haben dem eingenommenen Rezensenten "treffliche" Einsichten in die Bedeutung von Hamburgers Gedichten beschert, wie er preist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.08.2007
Erfreut zeigt sich Cornelia Jentzsch von diesem Band mit autobiografischer Prosa des kürzlich verstorbenen deutsch-britischen Dichters Michael Hamburger, den Iain Galbraith herausgegeben hat. Wie sie berichtet, gilt Hamburger hierzulande als meistübersetzter zeitgenössischer englischer Dichter, während er in England eher als Literaturkritiker, Übersetzer, Herausgeber, Essayist und leidenschaftlicher Apfelzüchter bekannt ist. Sie unterstreicht, dass sich Hamburger nie festlegen und in einen starres Schema pressen ließ. Seine Charakterisierung als Naturlyriker scheint ihr nicht wirklich zutreffend, ist er doch meilenweit von einem idyllischen Naturbegriff entfernt. Jentzsch würdigt die Übersetzungen Hamburgers von Dichtern wie Hofmannsthal, Celan oder Hölderlin ins Englische. Aus vorliegendem Band hat sie gelernt, dass Hamburger nicht nur den Kreislauf der Natur genau zu beobachten versteht, sondern auch die Kreisläufe der Zivilisation. Mit Lob bedenkt sie dabei auch das profunde und sensible Nachwort Galbraiths, das etwaige unproportionale Blickwinkel auf das Gesamtwerk Hamburgers ausbalanciere.
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