Welche Relevanz hat Philosophie für das Leben? Mit seiner Forderung, dass jede begriffliche Unterscheidung auf eine Differenz im menschlichen Wahrnehmen und Handeln bezogen sein soll, hat der Pragmatismus wie kaum eine andere philosophische Strömung diese Frage ernst genommen. Als kritische Philosophie muss sich der Pragmatismus gleichwohl und gleichermaßen von Terminologien der Wissenschaften und von Alltagsüberzeugungen distanzieren können. Doch in welcher Sprache ist eine Kritik szientistischen und alltäglichen Denkens zu formulieren? Dies ist nur in einer fremden Sprache möglich. Die Neopragmatisten haben spekulative Aspekte fremder philosophischer Sprechweisen ausgeblendet und dadurch das kritische Potential dieses Denkens vernachlässigt. Die in diesem Band versammelten Abhandlungen, die das ganze Spektrum pragmatistischen Denkens abdecken, sollen nicht zuletzt dieser einseitigen Rezeption des Pragmatismus entgegenwirken.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.12.2006
Einen wichtigen Beitrag zur Renaissance des Pragmatismus sieht Rezensent Manfred Geier in diesem Buch von Michael Hampe. Der Band mit seinen zehn Untersuchungen bietet seines Erachtens gute Orientierung in der Philosophie des amerikanischen Pragmatismus und führt zugleich zu seinen eigentlichen Wurzeln. Geier unterstreicht die Akzentuierung der oft nicht zur Kenntnis genommenen metaphysischen Grundlagen des Pragmatismus, ohne den das Plädoyer für eine lebenspraktische Relevanz der Philosophie nicht zu verstehen ist. Neben dem Kapitel "Religion bei William James" und den Studien zur menschlichen Autonomie und zur Prozessphilosophie bei Peirce und zur Erfahrungsintensivierung bei Dewey findet Geier besonders seinen Beitrag über den "Organizismus" bei Alfred North Whitehead. Insgesamt zeigt das Werk für ihn "eindrucksvoll" das Potenzial des Pragmatismus auch für die Gegenwartsphilosophie
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