Martine Nida-Rümelin

Der Blick von innen

Zur transtemporalen Identität bewusstseinsfähiger Wesen
Cover: Der Blick von innen
Suhrkamp Verlag, Frankfurt 2006
ISBN 9783518293874
Paperback, 357 Seiten, 13,00 EUR

Klappentext

Die Rede von der Veränderung eines Individuums setzt dessen Identität über den Verlauf der Zeit hinweg voraus. Worin aber besteht diese Identität speziell im Fall bewußtseinsfähiger, erlebender Wesen? Was haben wir genau im Sinn, wenn wir beispielsweise eine Person, die wir seit langem kennen und die sich im Laufe der Zeit in vielerlei Hinsicht verändert hat, dennoch als dieselbe Person begreifen, die wir von früher kennen? In der gegenwärtigen Debatte wird mehrheitlich die Reduzierbarkeit von Identität auf psychologische und körperliche Beziehungen vertreten - eine These, so Martine Nida-Rümelin, die mit tiefverwurzelten Strukturen unseres Denkens unverträglich ist. Die Identität über die Zeit ist vielmehr bei erlebenden Wesen ein nicht reduzierbares Faktum, und es ist diese Sicht, die wir in unserem Erleben anderer als Subjekte von Erfahrung implizit voraussetzen. Mit analytischer Präzision und anhand zahlreicher anschaulicher Beispiele zeigt die Autorin, wie transtemporale Identität bei bewußtseinsfähigen Wesen zu verstehen ist und wie sie sich von anderen Arten der Identität unterscheidet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.06.2007

Das neue Buch der Philosophin Martine Nida-Rümelin findet Martin Seel unterhaltsam. Immerhin wird die Frage diskutiert, ob Joschka Fischer philosophisch gesehen zum Elefanten mutieren könnte. Ungewöhnlich erscheint Seel ferner der Gang der Abhandlung über transtemporale Identität: Dass die Autorin ihr Arbeitsfeld streng gegen "Nebenpfade" (der Psychologie, der Ontologie) abgrenzt, um sich ganz auf die isolierte Innenperspektive des bewusstseinsfähigen Lebewesens als ihrer Meinung nach realistisches Merkmal von Identität zu beschränken. Dabei wird es Seel allerdings bald zu eng. Der von Nida-Rümelin behauptete Objektivismus, kritisiert er, werde dem behandelten Phänomen nicht gerecht. An "unabhängige Tatsachen", die uns ausmachen, mag er nicht glauben.
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