In seinem neuen Buch, das auf umfassenden, aktuellen Recherchen beruht, zeigt Michael Hartmann, wer Europas Eliten sind und wer die europäische Politik und Wirtschaft maßgeblich beeinflusst. Neben den drei großen EU-Ländern Deutschland, Frankreich und Großbritannien nimmt er die Eliten aus Italien, Spanien, Österreich, den Niederlanden, Skandinavien, der Schweiz und vielen weiteren, auch osteuropäischen Ländern in den Blick. Nach wie vor, so sein Ergebnis, herrschen nationale Rekrutierungs- und Aufstiegsmuster vor. Eine Angleichung auf europäischer Ebene gibt es allenfalls in Ansätzen. Der größte Gegensatz besteht zwischen den drei großen EU-Mächten mit relativ geschlossenen Eliten - man denke nur an die exklusiven britischen Eliteschmieden Oxford und Cambridge - auf der einen Seite und den skandinavischen Ländern auf der anderen Seite: Dort bestehen die besten Chancen, in die Welt der Mächtigen aufzusteigen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.04.2008
Als hervorragenden Einblick in die Eliten in Europa preist Arno Widmann das jüngste Buch von Michael Hartmann. Der in Darmstadt lehrende Soziologe, den Widmann als den unerbittlichsten Elitenforscher hierzulande schätzt, vergleicht darin die französische, englische und deutsche Elitenbildung und macht damit sehr luzide die Unterschiede in "Führungsstil" und "Politik" dieser Länder verständlich, stellt der Rezensent lobend fest. Er hat dem Buch auch entnommen, das von einer "europäischen Elite" nicht gesprochen werden kann, sondern es sich immer noch um nationale Eliten handelt, die wichtige Positionen in Politik, Verwaltung und Wirtschaft besetzen. Diese Studie ist ein ausgezeichnetes Instrument, um tieferen Einblick in die aktuelle Elitenlandschaft in Europa zu erlangen, preist Widmann zufrieden.
Rezensent Gert G. Wagner hat Michael Hartmanns Buch über die europäischen Eliten recht positiv aufgenommen. Überzeugend findet er den "institutionellen" Elitebegriff, mit dem der Soziologe arbeitet. Danach gehören Personen zur Elite, die durch ihr Amt oder ihre wirtschaftliche Macht Einfluss ausüben. Wagner bescheinigt dem Autor, die Eliten in verschiedenen europäischen Ländern "solide, klug und faktenreich" zu beleuchten. Besonders interessant scheinen ihm dabei die Kapitel über Frankreich, Großbritannien und die skandinavischen Länder. Er schätzt das Buch als gut geschrieben und hebt hervor, dass Hartmann auch eine Reihe von kaum bekannten Tatsachen darstellt. Allerdings teilt Wagner die Kritik an der Exzellenzinitiative der deutschen Universitäten nicht. Hartmann verkennt in seinen Augen nämlich, dass hier Forschungsuniversitäten wie Cambridge und Oxford geschaffen werden sollen und nicht "geschlossene Anstalten" wie die Grandes Ecoles in Frankreich.
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