Aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence. Seit 20 Jahren reist der Fernsehjournalist Charlie Johnson in die Krisenherde der Welt. Im Bosnien-Krieg gerät er aus Leichtsinn zu nah ans Feuer. Eine Wette verführt ihn, in das von Serben kontrollierte Kriegsgebiet vorzudringen. Hinter den feindlichen Linien kommt es zur Katastrophe. Gemeinsam mit seinem polnischen Kameramann Jacek wird er in einen Überfall verwickelt. Eine junge Frau, die die beiden Männer versteckt hat, wird von einem serbischen Milizchef in unmenschlicher Brutalität mit Benzin übergossen und angezündet. Dieses grausame Bild brennt sich in Charlie Johnsons Seele und lässt ihn für immer seine journalistische Distanz verlieren. Getrieben von Wut und Schuld will er den Täter zur Rechenschaft ziehen. Weder Familie nochFreund können seinen privaten Rachefeldzug stoppen. Er kehrt ins Krisengebiet zurück und findet den Colonel mit dem Feuerzeug.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.06.2004
Michael Ignatieff hat sich, wie Angela Schader feststellt, als "politischer Essayist" einen Namen gemacht. Also wird man sich eine differenzierte Darstellung der Verhältnisse der Politik und des Krieges erwarten dürfen, wenn er einen Roman über den Balkankrieg schreibt. Aber, leider, nichts davon, bedauert die Rezensentin. Stattdessen: Männlicher Chauvinismus, Action, Klischees, was nicht zuletzt an der Wahl des Helden liege. Der nämlich ist ein "hartgesottener Kriegsreporter" und entspricht so ganz dem Bild, das man sich von den Vertretern dieses Berufsstandes macht. Kurz gesagt: eine recht herbe Enttäuschung.
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