Die Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 ist ein Schlüsselereignis der Weltgeschichte. Die rasche Konsolidierung der Macht durch Hitler und die Beseitigung der Demokratie praktisch über Nacht erstaunen und erschüttern bis heute. Und bis heute sind sich Historikerinnen und Historiker über die Gründe für das Ende der Weimarer Republik und den schnellen Erfolg der Nationalsozialisten uneinig.Dieses Buch wirft 90 Jahre später eine internationale Perspektive auf das Epochenjahr 1933 und geht den Fragen nach: Wie konnte das passieren? Wie kann sich etwas Ähnliches wiederholen? Und können wir daraus etwas lernen in Zeiten, in denen Demokratien unter Druck geraten und Diktaturen Aufwind haben?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.12.2022
In Polen und Ungarn propagieren die Regierungen die illiberale Demokratie, in Deutschland verschwören sich reaktionäre Adlige mit Paramilitärs: Rezensent Florian Keisinger spürt, dass wir uns den dreißiger Jahren annähern, allerdings denen des 20. Jahrhunderts und empfiehlt nachdrücklich zwei Bücher, die aufzeigen, wie schnell die Weimarer Demokratie in die nationalsozialistische Diktatur umschlagen konnte: Der Journalist Ralf Zerback verfolgt die Zeitspanne zwischen 1932 bis 1934 in einem dezidiert historischen Ansatz, die Autoren in dem von Historiker Thomas Weber herausgegebenen Sammelband dagegen arbeiten aktuelle Bezüge heraus. Beide Bücher führen weiter, versichert Keisinger: In Weber Band zeigten etwa Niall Ferguson oder Hedwig Richter, dass die faschistische Bewegungen in aller Welt auf Zustimmung der Bevölkerung stießen und deshalb durchaus auch auf patrizipative Elemente setzten. Auch der in Aberdeen lehrende Weber streicht in seinem beitrag heraus, dass der Weg nicht über einen brutalen Umsturz in die Diktatur führte, sondern über die "dunkle Seite" der Demokratie.
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