Aus dem Englischen von Sabine Wolf. "Bilder der Levante" ist ein Porträt des Nahen Ostens in Momentaufnahmen, in Begegnungen und Geschichten. Schauplätze sind Beirut, Jerusalem, Gaza, Kairo, Damaskus, Aleppo, Bagdad, Orte, die die Journalistin Michael Jansen seit 1961 immer wieder besucht. Beim Lesen verdichtet sich ihre Erzählung; sie legt Verbindungen und historische Hintergründe offen, und gerade die persönliche Dimension entwickelt in ihr einen unglaublichen Sog. Das Buch beginnt mit Szenen aus Kairo 2011 während des Arabischen Frühlings. Und auf nur fünf Seiten, mit großer Lust geschrieben, bekommt der Leser eine Tiefenbohrung in die ägyptische Geschichte präsentiert, die über die sechziger Jahre bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht und einen wachgerüttelt und neugierig geworden zurücklässt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.08.2021
Rezensent Wolfgang Freund liest die Reportagen der Journalistin und Publizistin Michael Jansen mit Spannung. Allerdings warnt er den Leser von Jansens ost-westlicher Langzeitbetrachtung der Jahre 1961 bis 2016 vor einer Vielfalt der Orte, Personen und Verwicklungen, die einiges Vorauswissen und Ortskenntnis benötigt, zumal der Band ohne Register auskommen muss. Jansens Sympathien für die palästinensische Sache etwa oder ihre dezidiert subjektiven Eindrücke aus Hebron oder Dschenin lassen sich anderenfalls kaum nachvollziehen, findet Freund.
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